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Bd. 3 (1896) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : Wirbelthiere / Hrsg. unter Redaktion von K. Möbius
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Familie: Zonuridae.

Zonurus tropidostermim Cope

Zonurus frenatus Pfeffer. Pfeffer in Stuhlmann X (1892), S. 5, Taf. 1 , Fig. 1 u. 2.

Usaramo; I Individ.; Stuhl mann S.; 1893.

Dar es Salaam; 1 Individ.; Stuhl mann S.; Nov. 1894.

Mhonda in Unguu; 1 Individ.; Stuhlmann S.; 6. Sept. 1888.

Kakoma; 1 Individ.; Böhm S.; 1882.

Lebt nach Stuhlmann auf sandigem Boden, klettert zuweilen an Baum­stämmen in die Höhe.

Da Pfeffer aus Mhonda in Unguu eine neue ost-afrikanische Zonurus-Art: Zonurus frenatus Pfeffer beschrieben hat, während Boulenger im Zoological Record 1889 (Reptilia u. Amphibia S. 9) die Vermuthung ausspricht, es gehöre das so beschriebene Individuum zu Zonurus tropidosternum, was Pfeffer in seiner Stuhlmann-Arbeit von 1892 S. 6 bestreitet, habe ich mich eingehend mit beiden Arten beschäftigt.

Nachdem ich mich überzeugt hatte, dass alle drei mir vorliegenden Individuen genau übereinstimmen mit der in Boulengers Cat. of Lizards B. II, S. 254 enthaltenen Beschreibung von Zonurus tropidosternum Cope, wodurch zugleich festgestellt war, dass sie zu dieser Art gehören, verglich ich eingehend die Textbeschreibung des Zonurus tropidosternum mit der des Trop. frenatus und ausserdem meine Species mit Pfefifers sehr guter Abbildung von Zonurus frenatus.

Die Litteraturvergleichung ergab, dass beide Arten in folgenden zwei Charakteren von einander abweichen sollen: Nach Pfefifers Beschreibung hat sein Zonurus frenatus 7 Labialia superiora, das letzte ist ganz klein, das fünfte ist viel höher als die vorangehenden und ausserdem sind nach Pfeffer bei Zonurus frenatus die Rückenschilder in 26 Querreihen angeordnet. Nach Boulengers Beschreibung hat Zonurus tropidosternum dagegen nur 6 Supralabialia, das fünfte nicht mehr erhoben als die übrigen und ausserdem sind nach ihm bei dieser Art die Rückenschilder in nur 24 Querreihen angeordnet.

Die Nachuntersuchung der mir vorliegenden Species von Zonurus tropido­sternum ergab, dass die Litteraturangaben, welche die beiden Arten trennen sollen, sich gegenseitig nicht ausschliessen, und deshalb auch keine Unterschiede der Individuen anzeigen. Ich selbst hatte an meinem Exemplar zuerst nur 6 Oberlippenschilder gezählt, weil ich nur, dem allgemeinen Gebrauch folgend, die wirklich grossen Oberlippenschilder berücksichtigte. Erst Pfefifers Beschrei­bung machte mich auf das winzig kleine Schildchen hinter dem sechsten Ober lippenschild aufmerksam, das man, damit stimme ich mit Pfeffer überein, zu den Oberlippenschildern rechnen kann. Dieses Schildchen ist, wie Anfangs von mir, auch in Boulengers Beschreibung nicht berücksichtigt worden. (Ausserdem fand ich noch bei einem der von mir untersuchten Individuen an der einen Kopfseite mit Berücksichtigung dieses kleinen Oberlippenschildes deren acht statt sieben. Ein winziges überzähliges Schildchen ist hier zwischen das vierte und fünfte eingeschoben und hegt unmittelbar unter dem Subocularschild. An der anderen Kopfseite des Individuums sowie bei den anderen Individuen an beiden Kopfseiten ist es mit einem der benachbarten Oberlippenschilder verwachsen.

Was nun die Höhe des fünften Supralabialen betrifft, so ist dieses auch bei den mir vorliegenden Individuen nicht höher als in Pfefifers Abbildung des Zonurus frenatus. In beiden Fällen aber ist es »nicht stark erhoben.« In der