Sehr interessante Beobachtungen veröffentlicht auch A. Voeltzkow über denselben Gegenstand aus Madagascar. Nach ihm ist auch hier die Eiablage des Krokodils in verschiedenen Gegenden verschieden. Das Nest besteht aus einer etwa i 1 /2 — 2 Fuss tiefen Grube mit theilweise steilen Wänden, die am Grunde unterhöhlt sind. Da der Boden der Grube in der Mitte etwas erhöht ist, rollen die Eier beim Legen von selbst an die unterhöhlten Stellen. Die Grube wird dann vom Weibchen so zugescharrt, dass sie von aussen nicht kenntlich ist. Das alte Krokodil schläft auf dem Nest, daher finden die Eingeborenen die Eier, indem sie den Spuren des Thieres vom Wasser aus nachgehen.
Kurz vor dem Auskriechen aus den Eiern stossen die Jungen lebhafte Töne aus, die durch die Nestdecke auf Zimmerlänge zu vernehmen sind. Diese 1 öne veranlassen die Mutter, welche auf dem Neste schläft, die Eier auszuscharren. Sind darauf die jungen Thiere ausgeschlüpft, indem sie die Eischale mit ihrem Eizalm durchbrechen, dann wandert das alte Krokodil mit ihnen zum Wasser. (Zool. Anzeiger 1890, S. 190 —192 u. Sitzungsber. Berl. Acad. 1891, S. 115).
Ordnung: CheloniB.
Subordnung: Cryptodira.
Familie: Testudinidae.
Cinicys belliana Gray
Tanga in Usambara; I Individ., jung; Oscar Neu mann S.
Tanga in Usambara; I Individ., alt; Oscar Neu mann S.
Kissrawe am Kingani; 1 Individ.; Stuhlmann S.
Kakoma; 3 Individ.; Böhm S.
Bussisi am Victoria Nyansa S.-O.-Eckc; 1 Individ.; Stuhl mann S.
llukome, Landschaft am Victoria Nyansa S.-Ufer; 2 Individ.; Stuhl mann S.
Victoria-Nyansa; 1 Individ.; G. A. Fischer S.; Mus.-No. 10776.
Nyangesi in Ussukuma (S.-O.-Ufer des Victoria-Nyansa); 1 Individ., jung; Stuhlmann S.
Nach Böhm »häufig zur Regenzeit an feuchten Stellen im Walde«. Dazu passt Stuhlmann’s Bemerkung: »Gefunden am Papyrus-Sumpf zu Bukome«.
Das sehr grosse, durchaus erwachsene Individuum aus Bussisi zeigt höchst eigenthümliche Pathologie: Seine Schale ist papierdünn und flach zusammen- driiekbar, nach dem Aufhören des Drucks nimmt sie ihre bisherige Porm wieder an. Der Grund dafür ist: Die Knochenplatten der Schale sind fast gar nicht von Kalksalzen imprägnirt und von den Platten selbst sind grössere Partien durch einfache Bindegewebspartien derartig ersetzt, dass die Beschalung des Thieres den Eindruck erweckt, als sei sie auf einer jugendlichen Pmtwicklungs- stufe stehen geblieben; womit aber nicht gesagt sein soll, dass dies wirklich der Fall ist.