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Amt. Rf.ichenow.
den Bäumen, auf umgestürzten Stämmen, sowie schliesslich auf Ameisenhügeln nehmen sehen. Er liebt die Nähe von Wasser, doch genügen ihm selbst dürftige Tümpel. An umbuschten Lachen fand ich ihn in Gesellschaft mit schwarzköpfigen und Edelreihern. Sein Flug ist leise und leicht, nach dem Einfallen pflegt er sofort eine geduckte Haltung anzunehmen, und es gewährt einen äusserst grotesken Anblick, wenn er so ernst und gemessen mit eingezogenem Halse und auf- und abspielendem Schopfe auf den verrenkten Aesten alter, abgestorbener Kigelien umherspaziert oder sich das tiefbraun glänzende Gefieder putzt. Seine Stimme, die man zuweilen schon bei erster Morgendämmerung vernimmt, ist hell und laut und besteht aus vielen aufeinanderfolgenden Tönen. Sonderbarer Weise hörte ich von den Waswahüi sagen, dass der »nändi« den Leuten die Haare vom Kopfe frässe.«
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Fi“. 32. Scopus umbretta.
XX. Ardeidae Reiher
Bindehaut nur zwischen Mittel- und Aussenzehe; Kralle der Hinterzehe länger als die der Mittelzehe, letztere am Innenrande kammartig gezähnelt; Schnabel gerade oder sehr schwach gekrümmt, mit Zahnausschnitt an der Spitze, Schneiden nach der Spitze zu fein gesägt. — Die Reiher sind durch ihre Nahrung, welche in Fischen, Amphibien, Reptilien, Mollusken, Würmern und Wasserinsekten besteht, an das Wasser gebunden, halten sich an der Meeresküste oder an Binnengewässern auf und nisten meist gesellig im Schilf oder auf Bäumen nahe dem Wasser. Die Eier sind oval, meistens blau, seltener weiss oder lehmbraun. Ihre Stimme ist krächzend. Der Flug ist schwerfällig, mit starken, langsamen Flügelschlägen ; dabei wird der Hals gekrümmt und der Kopf dicht an die Schultern gezogen, woran die Reiher im Fluge von allen anderen Stelzvögeln zu unterscheiden sind.
Schlüssel der Arten:
| Flügel unter 350 mm lang: 2.
\ Flügel über 350 mm lang: 13.
| Gefieder rein weiss oder doch in der Hauptsache weiss: 3.
| Gefieder nicht im allgemeinen weiss: 5.
| Schnabel schwarz: Herodias yarzetta.
\ Schnabel hornbraun oder gelb: 4.