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Bd. 3 (1896) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : Wirbelthiere / Hrsg. unter Redaktion von K. Möbius
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Ziegen: Kisuaheli: Mbusi; Kigogo: Nhenne (nach Böhmer); Kinyamwesi Mbuli (nach Böhm). Drei Rassen scheinen vorzukommen; die eine mit häutigen Halsanhängen und ohne Bart, die zweite mit Bart und Haisklunkern und kurzem Ge­hörn; die dritte mit langem Gehörn. In Ugogo werden langhaarige und kurz­haarige nach Böhmer gehalten.

Ueber die Hausthiere, welche in Deutsch-Ostafrika leben, sind wir noch recht schlecht unterrichtet. Felle, Schädel und Skelette aller Rassen müssten zur Untersuchung an das Kgl. Museum für Naturkunde in Berlin eingeschickt werden. Es empfiehlt sich auch, möglichst verschiedene Typen der Hausthiere zu photo- graphiren und die Bilder zur Untersuchung einzusenden.

Achte Ordnung: Sirenia. Seekühe.

Hintergliedmaassen fehlen. Vordcrgliedmaassen zu Flossen ausgebildet. Lippen mit Borsten; Nasenlöcher vorn auf der Schnauze; Augen mit Nickhaut; Körper spindelförmig. Schwanz horizontal verbreitert; Haut nackt oder mit spärlichen feinen Borstenhaaren besetzt.

Die Seekühe leben an den Küsten des atlantischen und indischen Oceans, südlich vom Wendekreis des Krebses.

Gattung: Halicore 111. ( 1811 ) Dugong.

Mit den Merkmalen der Familie. Die Schwanzflosse ist halbmondförmig, nicht abgerundet. Die Brustflosse hat keine Nägel auf den Fingern. Der Schädel ist im Schnauzentheil sehr aufgetrieben und stumpfwinklich nach unten gebogen. In der Jugend jederseits oben und unten je 5 Backzähne und oben 4, unten 8 Schneidezähnc. Ausgewachsene Thiere haben nur 2 obere Schneidezähne und 23 Backzähne jederseits oben und unten.

208. Ilalicore dugung Erxl. Dugong.

L. 300; Brustflosse: 40 cm. Oberseite blaugrau; Unterseite weisslich

oder w r eiss.

Im Sambesegebiet: Nasarro und Mwua (nach Peters).

Mir ist nur ein Fall bekannt, dass dieses eigenthtimliche Thier an der Küste von Deutsch-Ostafrika gefunden wurde. Das Skelett ist jedoch nicht für die Wissenschaft gerettet worden. Man hat bis jetzt noch nicht entscheiden können zu welcher der drei beschriebenen Dugong-Formen der ostafrikanische Dugong gehört. Zur Lösung dieser P'rage ist die Untersuchung eines möglichst reich­haltigen Materials an Schädeln und Skeletten nöthig, welches hoffentlich recht bald in den Besitz des Kgl. Museums für Naturkunde zu Berlin gelangen wird.

Neunte Ordnung: Cetacea. Walthiere.

Hintergliedmassen fehlen, vordere zu Flossen ausgebildet; Körper spindel­förmig mit wagerecht stehender Schwanzflosse. Lippen ohne Borsten; Nasen­löcher auf der Mitte des Oberkopfes. I laut nackt. Äugen ohne Nickhaut.

Ueber Walthiere von der Küste des deutschen Schutzgebietes ist mir nichts bekannt, deshalb ist jede Mittheilung hierüber sehr werthvoll und jeder Walthier­wirbel, jedes Schulterblatt, jeder Schädel, welcher wissenschaftlicher Untersuchung zugänglich gemacht wird, kann sehr grossen Nutzen stiften. Man weiss, dass Irüher im Kanal von Mossambik Walfische häufiger gesehen wurden.