Part 
Bd. 3 (1896) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : Wirbelthiere / Hrsg. unter Redaktion von K. Möbius
Place and Date of Creation
Page
98
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

»Das Nashorn lebt vorzugsweise von Baumzweigen in den Waldungen; am Tage liegt es in der offenen Steppe. Man sieht sie gewöhnlich entweder allein oder in einzelnen Familien, welche aus einem erwachsenen Bullen und einer Kuh mit einem Kalb bestehen. Sie sehen nicht gut, riechen aber desto besser« (Hunter).

»Als Mageninhalt fand von Höhnei niemals Blätter, sondern nur Gras.«

»Das Kifaru ist lange nicht so gefährlich wie der Elephant oder Büffel. Sie greifen wohl gern eine Karawane an, begnügen sich aber meist damit, die Träger nach allen Richtungen zu zerstreuen, indem sie in gerader Linie auf die Karawane losstürmen und grunzend und schnaubend die Reihe durchbrechen. Es kann sehr schnell rennen. Die dichte Haut wird zu Peitschen verbraucht. Die Hörner variiren sehr in der Länge« (Lugard).

Neuerdings ist unter dem Namen Rhinoceros holmwoodi . von Sclater (Proc. Zool. Soc. London 1893, p. 514) das Horn eines Rhinoceros beschrieben worden, welches nach der Angabe des Herrn Ilolmwood aus Uturu in Nordost- Usukuma stammt. Im Berliner Museum befindet sich auch ein derartiges Horn, welches mit dem von Sclater beschriebenen anscheinend übereinstimmt. Es ist sehr lang, verjüngt sicli dicht über der Wurzel und behält dann denselben Durch­messer bis kurz vor die Spitze. PN ist nur wenig an den Seiten abgeflacht und erscheint fast drehrund. Dieses Stück stammt von 1 lildebrandts Reisen ohne genauen P'undort.

Graf Teleki und von Höhnei erwähnen aus dem Baringo-Seegebiet eine kleinere, zierliche Art des Nashorn mit Hörnern, welche sich ziemlich jäh ver­jüngen, seitlich flachgedrückt und manchmal sogar sehr platt sind. Möglicher­weise ist diese P'orm das Sclatersche Rhinoceros holm woodi, welches viel­leicht bis Nord-Usukuma verbreitet ist.

Genaue Untersuchungen sind nöthig, wenn die viel umstrittene P'rage nach der Anzahl der in Afrika lebenden Nashorn-P'ormen gelöst werden soll. Aus dem deutschen Gebiet wurde von Grant für Karagwe das Stumpfnashorn an­gegeben mit spitzen Pinselohren, nicht fingerförmig zugespitzter Oberlippe und länglichen Nasenlöchern.

Unterordnung: Artiodactyla. Paarzeher.

Lamlie : HIPPOPOTAMIDAE. Flusspferde.

Vorn und hinten je 4 Zehen, welche kurze runde Hufe tragen, sämmtlich den Boden berühren und nach vorn gerichtet sind. Körper sehr plump mit kurzen Beinen; Haut fast ganz nackt. Im Gebiss stehen jederseits 23 Schneide­zähne im Oberkiefer, 13 Schneidezähne im Unterkiefer; die mittleren im Unterkiefer sind fast wagerecht nach vorn gerichtet. Hinter den stark gekrümmten Lekzähnen stehen jederseits oben und unten 7 Backzähne. Die Zehen sind durch eine kurze Schwimmhaut verbunden.

Einzige Gattung: Hippopotamus L. (1758) Flusspferd.

Das P'lusspferd lebt in Afrika südlich von der Sahara allgemein in Seen, Flüssen und Sümpfen.

166 . Hippopotamus ampliibius L. Nilpferd, Flusspferd.

Finne, Syst. Nat. 1758, p. 74 n. 35.

L. 400, c. 45 cm. Eckzahn bis 75 cm. Oben schwarzbraun, rothbraun oder rothviolett, auch helllederfarbige sind beobachtet worden, unten heller