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Die Preise sind also ausnahmslos um mehr als das Zweifache, mehrfach auch fast um das Zweieinhalbfache gestiegen. Die Preise, die die Ansiedlungskommission hat anlegen müssen, zeigen (— es handelt sich um einen längeren Zeitraum —) ungefähr die gleiche Steigerung: Die Ansiedlungskommission bezahlte 1887 in der Provinz Posen 624 für das Hektar, 1913 aber 1835 also fast das Dreifache. Diese große Steigerung der Bodenpreise, die teils eine Folge der Intensivierung der Landwirtschaft, teils der Zollpolitik, teils der Nationalitätenpolitik ist, ist Deutschen und Polen zugute gekommen; sie ist in der Hauptsache der Ausdruck der Zugehörigkeit der Provinz zu einem hochentwickelten Wirtschaftsgebiet; betrug doch der Preis für Landgüter aller Größen- und Grundsteuerreinertragsklassen in Preußen 1910—12 im Staatsdurchschnitt 1525 M. für das Hektar.
Das wirtschaftliche Niveau in Posen und polen.
Und was steht nun all dem gegenüber, wenn Posen zu Polen käme? Man kann darüber kaum im Zweifel sein: die Provinz würde durch die Loslösung vom Reich nicht nur nichts gewinnen, sondern ungeheuer viel verlieren. Sie würde mit Gebieten vereinigt, die trotz einiger, lokal eng begrenzter industrieller Zentren ebenfalls überwiegend agrarischen Charakter haben; im Königreich Polen lebten (1897) von Land- und Forstwirtschaft 57 "/<> der Bevölkerung, in Galizien (1910) gar 73"/o. Dabei stehen diese Gebiete wirtschaftlich weit hinter Posen zurück. Nach polnischer Angabe (v. Nomer, Stat. Jahrbuch Polens, Tabellen 102 und 105) betrüg die Produktion an Brotgetreide auf den Kopf der Bevölkerung in Österreichisch-Polen nur 164 KZ, im Königreich Polen 223 KZ, in Posen aber 586 kg. Auf das Hektar wurden nach derselben Quelle von 1906—1910 durchschnittlich jährlich produziert:
Weizen
Roggen
Gerste
Hafer
Kartoffeln
Rüben
i n
Doppe
lzentne
rn
Königreich Polen .
11,3
10,0
10,7
11,4
95,8
151.0
Österreichisch-Polen
11,3
10,3
12,0
10,0
111,5
173,0
Preußisch-Polen .
19,0
15,6
16,9
16,7
133,0
312,0
Dabei ist noch zu. berücksichtigen, daß die Bodenverhältnisse in Preu- ßisch-Polen nicht besser, sondern ungünstiger sind als z. B. in Kongreßpolen; so gute Böden, wie sie etwa im Südosten des Königreichs,