Der Verkehr
Dae Klima bestimmt im tropischen Afrika im wesentlichen den Charakter der menschlichen Wirtschaft, vom Klima hängt auch der Verkehr ab, doch wirken auf Verkehrsmittel, wie auf Verkehrswege dieOberflächenf ormen nicht minder entscheidend ein.
Die ursprünglichen Verkehrsmittel und Verkehrswege
Bis in die jüngste Zeit stand für den Verkehr des Ost-Mbamlandes nur das allerprimitivste Transportmittel zur Verfügung: die Menschenkraft. Alle Waren, die in das Ost-Mbamland gehen oder von dort kommen, werden auch heute noch auf dem längsten Teil des Weges durch den menschlichen Träger befördert. Der Fußverkehr ist allein üblich innerhalb des Ost-Mbam- lands.
Für dieses Verkehrsmittel ist das .Ost-Mbamland überall als wegsam zu bezeichnen, denn nirgends sind selbst die Felsengebirge so schwer passierbar, nirgends ist der Wald so dicht oder der Sumpf dauernd so grundlos, daß ein Mensch nicht durch kommt. So gibt es überall Wege, die von den Eingeborenen bis zu einem gewissen Grad freiwillig gereinigt und offen gehalten werden. Es sind schmale, 30-—100 cm breite, aber deutlich sichtbare, festgetretene Fuß pfade im Gras 1 ; auch im Wald sind sie ohne große Mühe zu verfolgen. Die Gewohnheit der Neger und der Haussa, stets im Gänsemarsch hinter einander, niemals neben einander zu gehen, hat diese schmalen festgetretenen Pfade hervorgerufen.
Die Führung der Fußwege ist zunächst überraschend: sie umgehen sorgfältig jedes kleinste Hindernis, nehmen aber nicht die geringste Rücksicht auf die wirklich großen Hindernisse der Bodenformen. Ein umgestürzter Baum, der den Pfad versperrt, wird nicht fortgeschafft, sondern umgangen, so ist bald ein neuer Pfad ausgetreten. Ein steiles Gebirge aber quert der Neger lieber, als daß er einen Umweg von 2 oder 3 Tagen macht. Der Charakter des Negers erklärt diesen scheinbaren Widerspruch. Einesteils tut er freiwillig nichts, was auch ein andrer tun könnte und womit er einem andern Mühe sparte: lieber umgeht er ein kleines Hindernis, als daß er es für den, der später kommt, aus dem Wege räumt. Andrerseits nimmt er gern im Augenblick eine Anstrengung oder Unbequemlichkeit auf sich, wenn er weiß, daß er sich dadurch eine längere Dauer der Arbeit spart. Charakteristisch dafür ist
1 Vgl. 1. Teil, Tafel 27, Abb. 1 und Tafel 29, Abb. 1.