Die Lebensweise des Menschen und ihre Anpassung an das Klima
Nahrung
Auf einer primitiven Kulturstufe ist der Mensch auf die natürlichen Quellen der Ernährung angewiesen, die in seiner unmittelbaren Umgebung von Boden und Klima ohne besondere Hülfsmittel hervorgebracht werden. Es fehlen dem Naturmenschen die technischen Fertigkeiten, durch besondere Anlagen den Wasserhaushalt zu regulieren, und die Verkehrsmittel, um aus andern Gebieten Lebensmittel in großen Mengen zur Stillung des eigenen Bedarfs heran zu bringen.
Was der Mensch durch seine Arbeit, durch Hackbau und Viehhaltung, im Lande selbst erzeugt, oder was er durch Jagd, Fischfang und Sammeltätigkeit aus ihm gewinnt, bildet einzig und allein seine Nahrung.
Da das Ost-Mbamland viele verschiedene Nahrungsmittel hervorbringt, ist die Ernährung seiner Bewohner verhältnismäßig abwechslungsreich und daher besonders bekömmlich. Vor allem andern legt der Tikar Wert auf eine schmackhafte Küche; es ist ihm durchaus nicht darum zu tun, sich nur den Bauch zu füllen, er will auch gut essen.
Die Grundlage der Ernährung bilden die mehlhaltigen Körnerfrüchte, dann Knollen und Wurzeln. Jede Mahlzeit muß diese Grundlage enthalten. Da aber die Speisen hauptsächlich aus diesen pflanzlichen Stoffen bestehen, bedarf der Mensch ziemlich gro'ßer Mengen, er gewöhnt sich dadurch so an das Viel-Essen, daß er nur durch große Mengen satt werden kann.
An erster Stelle stehen Hirsemehl und Maismehl; sie werden im irdenen Topf mit Wasser unter stetem Rühren zu einem gebundenen, brotartigen Kloß gekocht, ganz ohne Salz. Im Pidgin heißt die Speise überall, vom Manenguba- Hochland bis tief nach Adamaua hinein „Fufu“. Um das Fufu schmackhaft zu machen, braucht der Neger Zukost, die entweder aus Öl, Gewürztunken, stark gepfefferten Gemüsen, Eiern, Fleisch oder Fisch besteht. Die Mannigfaltigkeit der Zubereitung ist überraschend.
Möglichst werden am Tag drei warme Mahlzeiten gehalten 1 , morgens, mittags und abends. Besonders beim Dunkelwerden kann man in jeder Hütte die Bewohner um das Feuer hocken und essen sehen. Das Verfahren beim Essen ist denk-
1 Für die Angaben über Ernährung kommen natürlich nur die Verhältnisse in den Neger- Dörfern in Betracht; in der Umgebung europäischer Stationen pflegen sie viel imgünstiger zu sein, weil sich dort eine Menge Menschen sammeln, die nicht selbst den Acker bebauen.