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T. 2 (1916) Anthropogeographie des Ost-Mbamlandes
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ImJahresbericht 1 für die Deutschen Schutzgebiete für 1912/13 sind An­gaben über die Bevölkerung im Gebiet des Bezirksamts Jaunde gemacht, zu dem ja auch Joko als Unterbezirk gehört. Danach sollen in diesem Gebiet ge­zählt sein rund

20 000 Wüte 6 500 Tikar 2 000 Fuk 1 500 Njanti 800 Balom 250 Baia (= Baja)

200 Batti ( Bati)

Auch diese Zahlen scheinen mir nicht glaubhaft. Das Verhältnis von 20000 Wüte zu 200Batti ist ganz sicher falsch. Schon Dominik hebt hervor 2 , daß die Wüte nie zahlreich waren im Vergleich zu ihren Nachbarn. Uns haben der Wutehäuptling von Linde wie der Batihäuptling von Ngoro übereinstim­mend mitgeteilt, daß auch heute, nachdem die Bati durch Sklavenjagden, Kriege und Seuchen sehr viele Menschen verloren hätten, ihre Zahl die der Wüte immer noch bei weitem übertreffe. Ich kann mir die Angaben des Jahresberichts nur so erklären, daß die meisten Bati dem Zähler als Wüte bezeichnet worden, sind, und daß noch ein Teil der Bevölkerung südlich des Sanaga dazu gerechnet ist. Ganz sicher ist die Zahl der Wüte mit 20 000 viel zu hoch gegriffen. Daß ich umgekehrt die Zahl der Tikar höher als 6500 Köpfe schätze, habe ich schon oben ausgeführt.

Die Dichte der Bevölkerung

Umfaßt das Ost-Mbamland rund 20 000 qkm und würden nach der ursprünglichen Siedelungsweise 3 die Dorfschaften (ganz schematisch gerechnet) je 10 km von einander entfernt liegen, so würde das eine Zahl von 200 Ortschaf­ten ergeben. Die Zähllisten der Station Joko ergeben auf 160 Ortschaften 8482 Bewohner, auf das Dorf also durchschnittlich 50 Menschen. Wie oben ausgeführt, glaube ich die Gesamtzahl doppelt so hoch annehmen zu müssen, also in ganz rohem Durchschnitt 100 auf ein Dorf. 200 Ortschaften im Ost-Mbamland würden so abermals 20 000 Einwohner ergeben. 20 000 Einwohner auf 20 000 qkm ergibt die sehr dünne Besiedelung von 1 Kopf auf den qkm, also eine Volksdichte = 1. Ich weise jedoch wieder darauf hin, daß diese Be­rechnung ganz schematisch ist; tatsächlich sind heute weite Strecken überhaupt unbewohnt, andere dafür erheblich dichter besiedelt. Dazu sind, ich betone es noch einmal, alle Zahlenangaben nicht als zuverlässig anzusehen, sondern nur schätzungsweise aufgestellt, um überhaupt einen annähernden Begriff von der Volksdichte des Ost-Mbamlandes geben zu können.

1 Statischer Teil S. 41.

3 Dominik. Vom Atlantik zum Tschadsee. S. 48.

3 Vgl. S. 37 ff.