den Orten, die neu an der Regierungsstraße gebaut werden; aber abseits der Straße fanden wir bei dem erst wenige Jahre alten Wald-Dorf Umo eine Stück Graben neu ausgehoben.
Das Baumaterial
Bei allen Bauten, die der Bewohner des Ost-Mbamlandes, von welchem Stamm er auch sei, ausführt, bilden Holz, Gras und Lehm das Material. Stein wird nirgends benutzt. Das beruht keineswegs auf einem Fehlen dieses Materials; Stein gibt es in vielen Gebieten in großer Menge, und die kaolinartige Erde, die in mancher Schlucht gefunden wird, läßt sich als Bindemittel 1 gut verwenden. Wenn die Eingeborenen aber den Stein nicht als Baumaterial benutzen, liegt es daran, daß sie ihn nicht in verwendungsfähiger Größe vorfinden und ihnen zum Sprengen oder regelrechten Behauen größerer Blöcke die Werkzeuge fehlen. Gerade die Steinbrocken mittlerer Größe, die in europäischen oder asiatischen Bergländern in so großen Mengen die Geröllfelder bilden und aus denen schon von alters her Häuser und Befestigungsmauern — häufig ohne jeden Mörtel — auf geführt wurden, kommen unter den Verwitterungsbildungen 2 des periodisch trocknen Tropenklimas im Ost-Mbamland nicht vor. Die einzige Verwendung, die der Stein in der menschlichen Wirtschaft findet, ist die als Schmiedehammer und Ambos oder als Mahlstein.
Da Holz, Lehm und Gras sehr viel leichter zu bearbeiten sind, als die großen Steinblöcke, werden ausschließlich diese Materialien zu allen menschlichen Bauten benutzt. Das Material ist allerdings wenig dauerhaft; an den Bauten wird fortwährend gebessert und geflickt, und nach wenigen Jahren muß fast der ganze Bau von Grund aus neu aufgeführt werden. Weil das Material so wenig dauerhaft ist, können die Siedlungen häufig verlegt werden mit verhältnismäßig geringem Arbeitsaufwand.
Gehöft und Haus
Die Tikar teilen, ebenso wie die Bewohner von Tibati, ihre mittleren und größeren Ortschaften in Gehöfte ein. Kleinere Gehöfte bestehen nur aus 3 oder 4 Hütten, die rings von einem hohen Graszaun umgeben sind; größere Gehöfte haben als Eingang ein hohes Torhaus, in dem der Fullah und nach seinem Beispiel auch der Tikar sein Pferd einquartiert, wenn er eines hat. Hinter dem Tor haus liegen das Haus des Mannes und mehrere Weiberhäuser (Tafel 9, Abbildung 1), deren jedes nur von einer Frau bewohnt ist, kleine Kornspeicher und eine überdachte Gruben-Anlage. Ab und an gibt es auch Stallungen für Ziegen und Schafe, meist kleine Hütten in der Rechteckform des Waldlandhauses 3 ;
1 So sind all die weitläufigen Stationsgebäude in Joko aus Luftziegeln und diesem Kaolin, ohne Verwendung von Zement, gebaut worden.
2 S. 2.
3 Die Bakosi machen es ebenso. Vergl. Thorbecke. Das Manenguba Hochland. (Mitt. a. d. D. Schutzgeb. XXII. 1911. Bd. 5.) S. 25.