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sein mag. Auch scheint ihnen als Kriegervolk weniger an der Güte des Ackerbodens zu liegen: sie gingen stets darauf aus, andere zu unterwerfen, so war für sie die strategische Lage der Siedelungen am wichtigsten. Daraus erklärt sich die Lage der ersten, von Dominik besuchten Stadt Nguttes auf einem steilen Plateau 1 und die der zweiten am steilen Südhang der Ndomme wie die einer Felsenburg 2 3 .
Alle kleineren und mittleren Siedelungen des Ost-Mbamlandes sind so angelegt, daß die Wasserfluten der Regenzeit leicht abfließen können: sie liegen auf einer einzelnen kleinen Erhebung oder am Rand einer st< ilen Schlucht oder am oberen Ende eines schrägen Hanges; nie liegen eie in den Tälern. In einer so ausgedehnten Ortschaft wie Ngambe, die von mehreren kleinen Gewässern durchzogen wird, sind nur auf den höheren Teilen Häuser erbaut, die tief gelegenen, häufig sumpfigen Ufer der Gewässer sind nicht besiedelt.
Schutzsiedelungen und Zwingburgen
Schutzsiedelungon haben aus politischen Gründen alle Völker des Ost-Mbamlandes angelegt; taten es die Fullah 5 und die großen Wute-Häuptlinge mehr, um aus uneinnehmbarer Stellung um so sicherer das unterworfene Land zu beherrschen, so taten es die kleineren und schwächeren Völker, um 3ich so gut wie möglich gegen Überfälle fremder Eroberer zu schützen. Morgen 4 , Stetten 5 , Dominik 6 und Kamptz 7 beschreiben übereinstimmend die Nieder- > lassungen unabhängiger Wute-Bauern an und auf den steilen, kahlen Felsbergen,
die dem Ndomme-Rand vorgelagert 8 sind. Daß die Fuk beim Herannahen der Feinde auf den Felskamm des- Jessom flüchteten, hat Waibel 9 ausführlich berichtet.
Von gleichen Siedelungsarten inNord-Adamaua spricht Heinrich Barth 10 : „eine vereinzelte kleine Felshöhe von 400—500 Fuß Erhebung, wie sie in dieser Landschaft so zahlreich sind tmd gewöhnlich den festen Rückhalt einer kleinen Gemeinde bilden“. Wie in Nord-Adamaua sind es auch im Wuteland nur wenig ausgedehnte, kahle Felsberge, die einer Dorfschaft gerade Raum für längeren oder kürzeren Aufenthalt gewähren können, nicht aber Platz für die Äcker, die irgendwo in der Ebene angelegt werden müssen.
Eine andere Form der Schutzsiedelung haben wir in Tikar und im Njanti- Gebirge beobachtet. Dort sind Inselberge und Inselgebirge so ausgedehnt,
1 Dominik. Kol. Bl. 1897. S. 415.
2 Dominik. Vom Atlantik zum Tsohadsee. S. 62—54.
3 Dominik. Sechs Kriegs- und Friedensjalire in Kamerun. S. 273.
4 Morgen. Durch Kamerun. S. 258.
5 Stetten. Kol. Bl. 1895. S. 136.
* 6 Dominik. Ebenda. S. 269.
7 Kamptz. Kol. Bl. 1899. S. 845.
8 Vgl. 1. Teil S. 63.
9 Ebenda S. 43.
10 Barth, Heinrich. Reisen in Afrika Bd. II. S. 499. Vgl. auch S. 501, 513 und Tafellö, die in der feinen Lithographie nach Barths Skizze diese Siedelungsart klar veranschaulicht.