Teil eines Werkes 
T. 2 (1916) Anthropogeographie des Ost-Mbamlandes
Entstehung
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Beziehung nicht nachweisen. Auf engerem Raum und daher weniger augenfällig, aber doch erkennbar zeigen sich bei den größeren Inselbergen, wie dem Njua und den Njanti, die an 1500 m hoch sind, dieselben charakteristischen Formen wie am Ndommerand: die leise Neigung der umgebenden Ebene rings um den Bergfuß, die schalige Verwitterung und die steilen Wände an den Hängen. Ihre innere Fläche zeigt eine manchmal schon stark fortgeschrittene Zertalung.

In der Inselberglandschaft Nord-Tikars umzieht den Njua in weitem Halb­kreis ein Kranz von Inselbergen mittlerer Höhe, die annähernd auf einer Linie parallel dem Lauf des Mbam stehen. Sie sind Reste der früheren Wasserscheide zwischen Mbam und Ngu, die durch Rückwärtseinschneiden der zahlreichen zum Mbam fließenden Bäche in Einzelberge aufgelöst ist. Sie gleichen in Aussehen und Vegetationscharakter mehr den großen Inselbergen als den Felsbergen der Wute-Ebene.

Der Boden

Die spezifisch tropische Form des Verwitterungsbodens herrscht vor, Laterit von bald mehr roter, bald grauer oder gelblicher Farbe, je nach der Zusammensetzung des kristallinen Gesteins, aus dem er gebildet wurde. Diese lateritischen Böden sind wenig fruchtbar, sie bilden die Unterlage der den größten Raum bedeckenden Grasflur.

Wo höhere Niederschläge oder fließendes Wasser die Entstehung von Wald ermöglichen, vor allem also in West-Tikar, findet durch das Verrotten des Laubes in großem Umfang Humusbildung statt. Der so entstehende fette, schwarze Waldboden ist ungemein fruchtbar. Dank den ausgedehnten Waldungen in Tikar und den überaus zahlreichen Flußwäldern hat das Ost-Mbamland mehr solch fruchtbaren Boden, als man nach Meereshöhe und Küstenferne vermuten sollte.

Die Gewässer

Der große Wasserreichtum des Landes, der einer neunmonatigen Regenzeit entspricht, läßt ein weit verzweigtes Flußnetz entstehen, das sich äußerlich in der Wute-Ebene wie auf der Ndommefläche in den dunklen Waldschlangen der Flußwälder deutlich vom Gras der Savanne abhebt. Es ist sehr schwer, in dieses Gewirr von mäandrierenden Wasseradern ein System zu bringen, denn die Quellen sind nicht auf Gebirgsränder oder Inselberge beschränkt, sie bilden sich an unendlich vielen Stellen mitten auf der Fläche. Das Regenwasser scheint bis zu einer gewissen Tiefe einzusickern, mindestens 23 m, häufig aber bis zu 6 m. Ausgehend von den ursprünglichen Wasserläufen, die durch Gebirgsbäche ange­legt sein mögen, schneiden sich Seitenarme rückwärts immer weiter in die Fläche ein und bilden an ihren oberen Enden zirkusartige Schluchten mit einem Durch­messer von 510 m, steilwandige Quellköpfe. Stets sickern mehrere dünne Wasserfäden aus dem Fuß der Wand und laufen auf dem Grund des Quellkopfs in einem meist sumpfigen Rinnsal zusammen, das auch in der Trockenzeit nie ganz versiegt.

Neben diesen häufig stark versumpften Gewässern der Ebene kommen von