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Samoa, Bismarckarchipel und Neuguinea : drei deutsche Kolonien in der Südsee ; mit 36 Vollbildern, 113 im Text gedruckten Abb. u. 2 Kt. / von Ernst von Hesse-Wartegg
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Längs der Salomonsmseln.

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zwölften Monat wieder flöten, die Eingeborenen gelangen wieder unter den Einfluß der alten wilden Luluai (Häuptlinge) und entschlüpfen der Autorität der Weißen. Deshalb wäre es gewiß sehr empfehlenswert, das Dnkduk gesetzlich auf die Dauer von höchstens zwei Wochen einzuschränken.

Im ganzen genommen sind die Verhältnisse auf der Gazellenhalbinsel und den zu ihr gehörigen Inseln recht günstig, es sind entschiedene Fortschritte zu verzeichnen, und die Eingeborenen werden allmählich, wenn auch zunächst nur m der unmittelbaren Umgebung der Niederlassungen, dem Kannibalismus entzogen, der Arbeit zugeführt. Der gute Einfluß der Weißen zieht immer weitere Kreise, und die Kolonie, wo noch vor wenigen Jahren recht traurige Zustünde herrschten, geht dank der jetzigen guten Regierung entschieden einer blühenden Zukunft entgegen.

Längs der Salomonsmseln.

Ism die fernen Salomonsmseln, den vielleicht am wenigsten bekannten Kolonialbesitz -V^des Deutschen Reiches, werden sich zu Hause gewiß nicht viele Menschen gekümmert haben. Auch die Zeitungen beschäftigen sich mit ihnen nur flüchtig während zweier kurzer Perioden: die erste, als die Inseln an das Reich fielen, die zweite im Jahre 1900, als der größere Teil derselben wieder an. England abgetreten wurde. Bei beiden Gelegenheiten hatte man allen Anlaß, an das bekannte LustspielZwei glückliche Tage" zu denken, in welchem eine Sommervilla von einer Familie erworben und wieder verkauft wird. Wie die Tage des Ankaufs und Loswerdens dieser Villa, so könnte man beinahe auch die Tage der Erwerbung und Abtretung der Salomonsmseln als zwei glückliche Tage bezeichnen.

Ver mit den eigentümlichen Verhältnissen in der Südsee nicht vertraut ist, dem mag . dies sonderbar scheinen. Ist von der Südsee die Rede, dann denken die meisten zunächst die bekanntesten der dortigen Inselgruppen, an Samoa, Hawai, Fidschi, Tonga, und 'betrachten sie gewissermaßen als Typus all der Tausende von Inseln, mit welchen die Südhälfte des Stillen Ozeans besäet ist. Man träumt dann von schönen, glücklichen Menschen, wie es die blumenbekrünzten Samoaner sind, von der üppigen Tropen- degetation, die ihre idyllischen Heimstätten umgiebt, von dem herrlichen das ganze Jahr ^ über währenden Sommerklima, und kann sich kein schöneres Erdenlos denken, als so ein paar Jührchen auf einer Südseeinsel zu verbringen.

Leider sind nicht alle diese Inseln wie Samoa, am wenigsten die Salomonsmseln. Die - Vegetation des ersteren besäßen sie wohl, allein, wenn es Weiße wagen sollten, sich auf >esen sogen.Tropenparadiesen" anzusiedeln, würden sie wahrscheinlich binnen kurzer 'Zeü von den Eingeborenen erschlagen werden, wenn sie nicht den mörderischen Fiebern, -^e an dem größerer: Teil der Küsten herrschen, zum Opfer fallen.