Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1912) Probleme und Aufgaben
Entstehung
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LMssion und Wandel.

Als" wir (8H7 in Westafrika anfingen, war von einem Handel mit Westafrika noch nicht die Rede. Es waren meines Wissens auch keine politischen oder Handelsinteressen, sondern lediglich missio­narische, unter anderm der heute wieder so modern gewordene Ge­danke an die islamische Gefahr, der (8((7 unsern Hamburger Vor­stand zur Wahl Westafrikas als Uussionsgebiet führte. Der Gabun und Eorisco, also der Norden des heutigen Aongostaates, und das Vorland der Goldküste, des Spielballs dänischer, holländischer, branden- burgischer, französischer und englischer Aolonialpolitik, waren das-Ziel unserer ersten Uusfionare, als sie ein neues Arbeitsfeld suchten. Es ist heut fast vergessen, daß im (7. Jahrhundert an der Westküste Afrikas, an der Elfenbein-, Gold- und Sklavenküste lauter Namen voller Erinnerung an koloniale Energie vergangener Jahrhunderte an 20 europäische Rolonialforts gelegen haben, deren Trümmer z. T. noch heute malerisch unter den Halmen der flachen Rüste hervorlugen. Aber das eigentliche wtotiv der neuen Uussionsarbeit waren diese kolonialen Reminiszenzen nicht, das war vielmehr echter, reiner, viel­leicht etwas romantisch - sentimental gefärbter, aber zu den höchsten Anstrengungen und größten (Opfern bereiter, selbstloser Uussionssinn.

Die ihn trugen in der Heimat waren kluge, weitblickende Aauf- leute, die ihre schiffe über die ganze Erde fahren ließen. So war es ganz selbstverständlich, daß der Unternehmungsgeist der Uusfionare die Unternehmungslust der Kaufleute im Vorstände der Uussion reizte, und als (857 zur Erledigung all der äußeren Arbeiten in der Uussion, der Expedition und Buchführung, ein Kaufmann im Dienst der Uttssion, Christian Rottmann, ausgesandt wurde, lag es nahe, daß das Bremer Handelshaus Friedrich Uu Vietor Söhne diesen Herrn Rottmann beauftragte, einen Handel mit den Eingeborenen zur Förderung der Uussionsarbeit in die Wege zu leiten.

Das gelang in der erfreulichsten weise und zog seine Folgen. Die beiden Brüder Karl und Fritz Vietor entschlossen sich bald zum Bau eines Schoners, der zu billigen Frachtsätzen für die Uussion Passagiere und Güter direkt von Bremen ins Eweland bringen sollte, wie wenig dieDahomey", die am 2. Januar (858 als erstes deutsches Schiff vor Aeta lag, an ein erfolgreiches Geschäft

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