Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1912) Probleme und Aufgaben
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

1Ö4

würde es ihm nicht fehlen, wenn er es sich zur Aufgabe setzte, alle seine Gemeindeglieder einmal in ihren Wohnorten aufzusuchen, um ihnen dort zu dienen, noch dazu, da an der ganzen Westküste Afrikas Deutsche zerstreut wohnen, die dann nach Lome eingepfarrt werden könnten.

Wann aber dieser Wunsch sich verwirklichen läßt, wer will's sagen?

Bis dahin wird's dabei bleiben, daß unsere Rttssionare die kirchliche Versorgung übernehmen müssen. Wächten sie nur rechtein Bedürfnis begegnen! Das wäre der schnellste Weg zu einer eignen deutschen Gemeinde mit eignem deutscheil Pastor in unserm schönen deutschen Togo.

3. Ärztliche Mission.

Es ist theoretisch nicht leicht zu entscheiden, ob eine Aussions gesellschaft, die in einer von der deutschen Regierung mit Ärzten beschickten Kolonie arbeitet, Pflicht und Recht habe, ihrerseits Wissionsärzte auszusenden. Allein so lange die Zahl der Ärzte in Togo auf zwei bis drei beschränkt ist und die Eingeborenen so stark nach Pilse deutscher Ärzte verlangen, kann nicht davon die Rede sein, daß ein oder zwei Wissionsärzte den Regierungsärzten irgend- wie Eintrag tun würden, und so lange die physische Not der Ein­geborenen nach Pilse ruft, ist nicht einzusehen, warum sich die Russiou das Werbemittel eines Alissionsarztes nicht zunutze machen sollte.

Za, da hat sie die Pflicht, selbst ärztliche Pilse zu bieten, so weit sie es vermag. Oder soll sie es geschehen lassen, daß die Zauberärzte das von vielen Krankheiten heimgesuchte Volk nicht nur belügen und betrügen und aussaugen, sondern mit ihren (puacksalber- rezepten oft nur die Not der Kranken vermehren? Zoll sie es dulden, daß man, um eine Lungenentzündung zu heilen, pulverisiertes Glas in Palmwein den Kranken zu trinken gibt oder gegen Wassersucht eine Abkochung aus einen: zerkleinerten Rührlöffel und einem mit Alenschenblut getränkten Stück Zeug verschreibt? Soll sie die Kranken, die mit Wunden bedeckt, oder von einer fehl­gegangenen Kugel getroffen, oder mit gebrochenem Arm oder Bein