Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1912) Probleme und Aufgaben
Entstehung
Seite
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V. Besondere Aufgaben.

il. Der Islcrnr in Südtogo. *)

Soweit mich meine Reise durch Togo und die Goldküste ge­führt hat, überall bin ich den mohammedanischen haussa begegnet, Gliedern eines aus dein mittleren Sudan stammenden Händlervolkes, das ganz Westafrika durchreist und einen sehr charakteristischen Ein­schlag in dem Leben jener Länder bildet. Man sieht es sofort: die Leute sind keine Eweer. Ihre hagere Gestalt, ihr semitischer Ge­sichtstypus, vor allem ihre eigenartige Aleidung unterscheiden sie von den Heiden.

Weil sie Mohammedaner sind und der Mohammedanis- mus das vielleicht gefährlichste Hindernis der Missionsarbeit bildet, ist die Mission aufs höchste interessiert, über den Bestand der haussa und damit des Islam in Südtogo orientiert zu werden. Nordtogo scheint ja nach den spärlichen Berichten, die darüber vor­liegen, in Gefahr zu sein, ganz islamisiert zu werden. Wer weiß, ob die christliche Mission, wenn sie nun mit behördlicher Erlaubnis dort einsetzt, nicht bereits zu spät kommt!

Aber auch über den Bestand in Südtogo ist wenig zu­verlässiges Material vorhanden. Der amtliche Jahresbericht des Reichskolonialamts gibt keine Auskunft. Dr. Büttner 2 ) berech­net die Zahl der in Aete (Uete-Aratschi), der Hauptniederlassung, wohnenden haussa auf etwa achttausend. Jedenfalls haben sie bei allen größeren Städten, aber auch bei manchen kleinen Dörfern, ihre ihnen von der Regierung angewiesenen Lager, in denen sie auf ihren Reisen Unterkunft finden. Solche Lager finden sich bei Lome (ca. 80 Hütten), Atakpame (70 Hütten), Anecho, paliine, Noefe, Waya, ho, Agu, Apando, Aeta, Heki-Blengo, Gbadzeme, Amed- zowe, Gyeasekang. In Lome mögen wohl 200 haussa regelmäßig

Mestermaun, Die Mohammedaner in Togo. Monatsblatt der N. M.-G. tyos. S. -42.

2) Togo, S. Zt- Sonderabdruck aus:Das überseeische Deutschland".