Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1912) Probleme und Aufgaben
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

s20

Ist die Taufe bezw. bei den als Rind Getauften die Aonfir ination vollzogen, so ist damit die volle Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinde, die christliche Mündigkeit erreicht. Es wäre sinnlos, nach der Erwachsenentaufe noch einen Ronsirmandenunterricht einzufügen, um zur Abendmahlsmündigkeit zu erziehen. Diese ist mit der Taufe ohne weiteres gegeben, wenn auch die christliche Mündigkeit noch nicht eine wirtschaftliche Selbständigkeit, also eine Verpflichtung zur Entrichtung von Airchensteuern bedeutet.

2. Der Zusammenschluß der mündig Gewordenen in der Gemeinde, a. Der Gottesdienst.

Der Gottesdienst ist zwar bereits Heiden und Taufbewerbern zugänglich und seine Ausgestaltung hat darauf Rücksicht zu nehmen, allein seine eigentliche Bedeutung liegt doch darin, daß in ihm die Gemeinde Thristi mit Gott verkehre im Empfangen von Gott durch sein Wort, im Geben an Gott durch Dank, Lob und Bitte, In welcher Weise dieser Grundgedanke bei der äußeren Gestaltung des Gottesdienstes wirksam wird, hängt von geschichtlichen und lo­kalen Bedingtheiten ab.

Es lag ja nahe, ohne weiteres die Gottesdienstformen Deutschlands nach Afrika zu übertragen, wie das von allen Missionaren aller Gesellschaften mehr oder weniger immer wieder versucht worden ist. Ein Gottesdienstraum, eine Predigtstätte, ein Abendmahlstisch sind für unser Vorstellen von einem geordneten Gottes­dienst unabtrennbar. And sie werden zum allgemeinen Bestände der christlichen Aultstätte auch in Afrika gehören. Gb der Gottesdienst­raum sich an den europäischen Airchenstil angliedern, ob die Btätte des Predigers durchaus die Form einer Ränzel haben und der Abend­mahlstisch mit Decken und Antependium versehen sein muß, sind allerdings Fragen, die neu zu erörtern wären, wenn eine Reformation in der Beziehung noch möglich schiene. Ich fürchte, es wird zu spät

Achclis, p>rakt. u.heol. 2 . 5K-Z.