95
doppelter Gewinn, der die Rosten selbst dann lohnen würde, wenn von den nach Deutschland gebrachten Lehrern nachher nur die Hälfte einschlüge und im Dlissionsdienst bliebe.
4. Arbeitserziehung und Bildungsxroletariat.
Einer der am häufigsten gehörten Einwände gegen die Rlission ist der, sie erzöge ein der praktischen Arbeit entfremdetes, auf seine Gelehrsamkeit stolzes, in Eitelkeit untergehendes, unbrauchbares Bildungsproletariat. Es ist nicht zu leugnen, daß in dieser Anklage ein Aern Wahrheit steckt. In den Hafen- und Handelsplätzen finden sich eine ganze Reihe verschlagener, sittlich nicht gerade hochstehender Eingeborener, die sich mit christlichen Namen zieren, die Missionsschulen z. T. durchlaufen haben und durch ihre Existenz die Attssion in Alißkredit bringen. Was liegt näher, als der Rlission diese Rlenschen schuld zu geben und zu sagen, hier sehe man es ja, wie die Schulbildung versage und das Ehristentum zur Tünche geworden sei. Und doch — in den meisten Fällen wird es so liegen, daß diese Leute entweder entlaufene oder entlassene Rlissionsschüler sind, die nur schlau den Bruch mit der Rlission verdecken und den leichtgläubigen Europäer, der sich nicht die Blühe nimmt, nachzuforschen, täuschen. Das darf man aber der Rlission nicht schuld geben. Andererseits erhebt sich tatsächlich der Schüler unserer schulen turmhoch über seine ungebildeten Volksgenossen. Er hat fast ein Recht, sich als etwas Höheres und Besseres vorzukommen. Eeine Uenntnisse helfen ihm zu einem leichteren, bequemeren Verdienst als die von den Vätern ererbte Landwirtschaft bietet. Was ist denn bequemer, als so als Zollaufseher an der Grenze zu sitzen, ohne sich viel quälen zu müssen! Gder wie ideal sieht es aus, hinter dem Ladentisch einer Faktorei zu stehen und Waren zu verkaufen. Ganz abgesehen davon, daß man hier ein bequemes und sicheres Einkommen hat, wie bestechend der Gedanke, die schwarzen Landsleute und womöglich.gar die klugen Europäer zu übervorteilen und sich selbst zu bereichern. Gder wie begehrenswert, als Lehrer, als Vertreter der Bildung, als eine Art zweiter, christlicher Häuptling in einem Dorfe selbständig zu schalten! Ist's ein Wunder, wenn die