II. Die Heidenpredigt und ihre Probleme.
1. Zur Psychologie,
Ethik und Religion der Lweer.
Das Hauptmittel aller Missionsarbeit ist und bleibt die Verkündigung des Evangeliums, die Hei den predigt. 5ie ist auf der ganzen Welt in ihrem Kern dieselbe. Es ist aber kein Zufall, daß sich bereits im Rahmen des Neuen Testaments die predigt des einen Evangeliums in verschiedener Ausprägung zeigt, je nach dem Eharakter dessen, in dein es wirksam geworden ist und an den es sich wendet. Infolgedessen ist es für die praktische Missionsarbeit von allergrößtein Interesse, zu einem richtigen Verständnis des Volkes zu kommen, dem jeweils die Predigt des Evangeliums gilt. Nur gründlichste Kenntnis des Volkscharakters und der Volksreligion vermittelt der Heidenpredigt die rechte Anknüpfung und die rechte Methode.
Dennoch besitzen wir für den kleinen Bereich unseres Arbeitsgebiets noch keinen Versuch zu einer gründlichen Psychologie der Eweer. Jeder Missionar bildet sich seine Vorstellungen, das Leben korrigiert ihn, und schließlich wird er, je nach seiner Veranlagung, wissen, wie er, um seinen Hörern verständlich zu werden, zu predigen hat. Aber es kommt ihm entweder nicht zum Bewußtsein, welchen Achatz er sich mit dieser Erfahrung erworben hat, oder es fehlt ihn: an Zutrauen zu sich selbst und an Zeit, um das Gewonnene niederzuschreiben. Infolgedessen stehen wir hier erst am Anfang der Arbeit.
In Bezug auf die Religion steht es wesentlich besser. V. 5pieths Arbeiten sind da grundlegend. Aber je weiter wir in der Kenntnis der einzelnen Etämme vordringen, um so dringender wird die Pflicht, die oft divergierenden Einzelzüge zu einer Gesamtdarstellung zu vereinigen, die ihrerseits die unbedingt nötige Voraussetzung zu einer alle Anknüpfungspunkte richtig benutzenden Evangeliumsverkündigung bildet.