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Zwanzig Jahre Missions-Diakonissenarbeit im Ewelande / von Hedwig Rohns
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o) Fahrrad- und Eisenbahnreisen.

Eine Hängematten-Reise im alten Stile wird man heute kaum noch in Süd-Togo machen, obwohl die Hängematte noch nicht ganz überflüssig geworden ist. Da, wo die oon der Regierung angelegten Fahrstraßen und Wege das Innere schon erschlossen haben, kommt das Fahrrad zur Anwendung und in neuester Zeit kann man auch die Eisenbahn benutzen. In drei Richtungen führt die Bahn den Reisenden rasch seinem Ziele entgegen, an der Küste oon Lome nach Auecho, in nordwest­licher Richtung nach Palime, in nördlicher nach Atakpame. Es ist merkwürdig, wie rasch die Eingeborenen sich an die Be­nutzung des ihnen bis dahin unbekannten Verkehrsmittels ge­wöhnt haben und wie sie auch sofort einen passenden Namen dafür gefunden haben. An was erinnert wohl das dampfende und prustende Ungestüm, die Lokomotive, mehr als an den Dampfer, den die Eweer schon jahrelang an ihrer Küste verkehren sehen? Darum hat sie einfach den NamenLanddampfer" erhalten.

Wie in einer Großstadt sieht man in Lome die Marktleute am Morgen etwas nach acht Uhr dem ersten von Anecho kommenden Zuge entsteigen. Eier, Hühner, Mais, Bananen, Ananas tragen sie in großen Kalabassen auf dem Kopfe in die Stadt, wenn sie überhaupt so weit kommen, denn viele Händlerinnen kaufen ihnen schon unterwegs ihre Ware ab.

Es ist unglaublich, was für ein Leben und Treiben beim Ankommen und Abfahren eines Zuges auf dem Bahnhöfe von Lome herrscht. Wohl eine Stunde vor Abgang des Zuges nach Palime ist der Bahnhof schon mit Menschen überfüllt. Die Eingeborenen gehen meistens auf Handelsreisen, darum hat jeder mehrere Lasten bei sich. Da steht der weiße Zugführer, welcher das Gepäck zu wiegen hat, neben seiner Wage. Alles stürzt mit lautem Geschrei und lebhaften Bewegungen auf ihn zu. Jeder und jede redet in der Landessprache auf ihn ein, denn jeder will zuerst bedient sein. Er aber schaut mit eiserner Ruhe in das bunte Gewirr und erhebt von Zeit zu Zeit einen langen Stock, den er die Aufdringlichen und Lärmenden fühlen läßt. Es ist für ihn das einzige Mittel, um Ordnung zu schassen. Dabei läuft ihm der Schweiß in Strömen von der Stirn. Er aber läßt unentwegt eine Kiste nach der anderen auf die Wage setzen und teilt einen Gepäckschein nach dem anderen aus. Man merkt es ihm an, so geht es hier alle Tage zu. Endlich, endlich ist alles erledigt, aber noch ist der Zug nicht eingelaufen. Es ist noch zehn Minuten Zeit. Damit die Ungeduldigen und