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lichkeit erfahren. Als ich siebzehn Jahre später wieder nach Amedzawe kam, wnrde mir beim Anblick des großen Platzes vor dem Hanse Plötzlich die vergangene Zeit wieder lebendig. Ich sah mich wie damals vvn den lieben Gestalten umgeben, die zum Teil schon lange nicht mehr hienieden weilen und konnte mich der Tränen nicht erwehren.
In eine neue Welt fühlten wir Bewohner der sandigen Küste vvn Keta uns versetzt. Die Besteigung des 800 Nieter hohen Gewi, der Felsenweg nach Gbadzeme, die weißen Lilien am Bach aus dem Akomewege, die Palmenliane an der Wasser- guelle, der sonntägliche Kirchgang zur Lehmhütte am Bergeshang — wie war das alles schön I Und dann die Abendspazier- gänge mit den Kindern, Siegerle auf den Armen des Vaters, Klürchen abwechselnd von uns oder der Mutter getragen, das Weihnachtsfest mit seinen mancherlei Freuden! Es war schön! „Wie freue ich mich, wenn ich erst auf der Rückreise bin und in meine geliebte Arbeit zurückkehre," hatte ich in die Heimat geschrieben, ehe ich Keta verließ. Aber diese Reise hatte doch unvermutet viele Freude gebracht.
<I) Eine Reise auf dem Boltafluß.
Die nächste Dampferstation von Keta nach der Goldküste ist Addä, an der Mündung des Volta in den Atlantischen Ozean gelegen. Seeartig hat der mächtige Strom sich erweitert, ehe er seine Wellen mit denen des Meeres vereinigt, und deutlich zeigt eine Linie den Zusammenfluß der beiden Gewässer. In Adda ist die Brandung meistens so unruhig, daß man eine Reise dorthin gewöhnlich zu Lande macht. Schwester Sophie Schmidt brachte einmal ihre Ferien in Odumase auf der Goldküste bei ihrer Schwester zu und erzählt vvn dieser Reise. „Diesmal kommt mein Brief nicht aus dem Ewelande, sondern aus der Ga-Ebene, da ich die Weihnachtsferien bei meinen Geschwistern zubringen darf. Freitag, den 10. Dezember, nachts 11 Uhr, verließ ich Keta in der Hängematte. Ein Mann mit einer brennenden Laterne ging allen voraus. Diesem folgten der Kofferträger und die Ersatzträger, die Hängematte machte den Schluß. So bewegte sich der kleine Zug durch die lautlose Stille der Nacht dahin. Es ging auf und ab durch ein sehr unebenes Gelände, dann durch Sümpfe, mit denen meine Hängematte zum großen Nachteil ihrer Sauberkeit öfters in Berührung kam, dann durch hohes Gras, dann durch eng zusammenstehende niedrige Palmen, deren betaute Zweige oft mein Gesicht streiften. Weder Mond noch