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Kolonial-Deutsch. Vorschläge einer künftigen deutschen Kolonialsprache in systematisch-grammatikalischer Darst. u. Begr / Von E. Schwörer
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läßt sich ermöglichen, ohne daß schriftdeutsche Wörter irgendwie geändert werden müßten. Auch die Deutlichkeit wird keinesfalls leiden, insbesondere nicht rücksichtlich der in Frage kommenden afrikanischen Verhältnisse, die eine übertrieben seine Differenzierung der Ausdrucksformen und eine, höhere stilistische Gliederung nicht erfordern. Deshalb können die weggefallenen Zeiten und Formen, namentlich auch das Futur und das Passiv wohl ausnahmslos durch passende Umschreibungen und Zusätze voll­ständig ersetzt werden?) Auch der Imperativ fällt weg und wird durch den Infinitiv ersetzt?)

5. Beim unpersönlichen Zeitwort, das gleich allen anderen mit einem Hilfszeitwort gebildet wird, kommt es in Wegfall. Desgleichen fällt allgemein ru beim Infinitiv weg.

s. Eigenschaftswort.

1. Die Eigenschaftswörter erhalten im Singular und Plural die in allen Kasus unveränderliche Endung e?) Diese vokalische

begegnet. Wie will man da in Afrika von tiefstehenden Negern, die für uns arbeiten sollen, verlangen, daß sie sich z. B. die unregelmäßigen Zeit­wörter der starken Konjugation mit ihren stets wechselnden Ablauten ein­prägen sollen! Ein unmittelbarer Zwang ist natürlich ausgeschlossen und ein Verzicht auf halbwegs richtigen Gebrauch würde neben endlosen Irr­tümern nur einPidgin-Deutsch" im allerschlimmsten Sinne zeitigen. Jeder Kenner wird daher die Grundsätze und Vorzüge eines K. D. zu würdigen wissen.

? So kann das Futur leicht (auch im H. D.) durch einen erklärenden Beisatz ersetzt werden; z. B. ist beiich komme morgen" kein Zweifel, daß nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft gemeint ist. Das Passiv kann umschrieben werden durch das Fürwort man oder durch aktive Dar­stellungsweise z. B. stattich werde geschlagen" kann man ebensogut sagen man schlägt mich" odersie schlagen mich". Auch genügt eine einzige Vergangenheitsform vollständig, wie dies auch in Deutschland im gewöhn­lichen Gespräch der Fall ist. Es wäre sehr unbillig, von Negern ein besseres Deutsch und reichere Verbalformen zu verlangen, als wir meistens selbst sprechen.

2) Der Eingeborene hat gegenüber dem Weißen jedem Imperativ das Wort kitte Daranzusetzen, das sich auch sonst häufig eignen wird. Vielleicht ließe sich in der Befehlsform (gegenüber Eingeborenen) auch das Wort Kasse oder laö gut verwenden.

3) Auch diese Unveränderlichkeit der Eigenschaftswörter bedeutet eine nicht unwesentliche Vereinfachung, wenn man die Schwierigkeiten der