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Kolonial-Deutsch. Vorschläge einer künftigen deutschen Kolonialsprache in systematisch-grammatikalischer Darst. u. Begr / Von E. Schwörer
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Die Grammatik -esKolonial-Deutsch" nebft Erläuterungen.)

s. Artikel.

1. Das K. D. kennt für die Hauptwörter nur ein Ge­schlecht und daher nur einen Artikel?) Als solcher wird das niederdeutsche äe, Plural äie vorgeschlagen; beide eignen sich auch durch die leichte Aussprechlichkeit für die Eingeborenen.

i) Hier sei die prinzipielle Bemerkung vorangeschickt, daß diese Grammatik des K. D. vorerst naturgemäß nur vom Standpunkt der Deutschen verfaßt ist. Die Einführung der Eingeborenen in die Sprache und die hiefür dienenden Sprachführer (für die hauptsächlichsten Einge­borenensprachen einzeln bearbeitet) würden zwar gegebenenfalls gleichfalls auf dieser Grammatik des K. D. beruhen können und das gleiche gemeinsame Ziel haben; jedoch setzen sie selbstverständlich eine andere Methode voraus als für Deutsche. Über die Wege, wie den Eingeborenen K. D. am Besten beizubringen sein wird, soll vorerst noch nichts Bestimmtes erwähnt sein, zumal diese Methoden sehr vielgestaltig sein werden und die Erörterung von Einzelnheiten noch verfrüht wäre. Jedenfalls wird sich auch für die Eingeborenen die Grammatik des K. D. sehr einfach und leicht lernbar gestalten, so verschieden auch die Sprachen sein mögen. Hierbei sei bemerkt, daß die hauptsächlich in Betracht kommenden Bantu- Sprachen in mancher Beziehung ziemlich kompliziert sind; es wäre aber durchaus falsch, aus dieser Tatsache schließen zu wollen, die Bantu-Neger würden sich leicht eine andere komplizierte Sprache zu eigen machen.

Gleich dem Englischen, wogegen der Artikel äie für den Plural besser beizubehalten ist. Auch das sonst ziemlich formenreiche Kisuaheli hat (gleich anderen Bantu-Sprachen) überhaupt keinen bestimmten oder unbestimmten Artikel und daher auch keine erkennbare Verschiedenheit des Geschlechts der Hauptwörter. Allein schon aus dieser Tatsache kann man die enorme Schwierigkeit, ja Unmöglichkeit entnehmen, die Einge­borenen in die zahllosen Regeln der deutschen Sprache betr. die verschie­denen Geschlechter, die Artikel (nebst allen möglichen Ausnahmen) einzu­führen. Das Ergebnis wäre ein Sprach-Chaos mit unaufhörlichen, unser Ohr verletzenden Irrtümern, weßhalb eine Umgehung der fast unllber-