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Kolonial-Deutsch. Vorschläge einer künftigen deutschen Kolonialsprache in systematisch-grammatikalischer Darst. u. Begr / Von E. Schwörer
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Konkurrenz des H. D., sondern nur dessen Vorstufe sein und dieses fördern soll. Andererseits wird man sich in den Kolonien im Verkehr mit Eingeborenen rasch an die wohltätigen Ver­einfachungen des K. D. gewöhnen, zumal dieses niemals un- deutsch ist und die Abweichungen vom H. D. weit geringer sind als z. B. beim bayerischen oder plattdeutschen Dialekt. Nichts wäre also verfehlter, als wenn man diese kolonial­sprachlichen Reformvorschläge mit unangebrachter Pedanterie und veralteter Prinzipienreiterei beantworten und so eine wichtige natio­nale Forderung und eine hochbedeutsame Ausbreitung deutschen Sprachtums zu Fall bringen wollte. Zum angeblichen Schutz der deutschen Sprache! Vielmehr darf hier die Frage nur so gestellt werden: Entspricht das vorgeschlagene K. D. unserer Würde und unseren Interessen besser als der bisherige Zustand? ist es praktisch, ist es leicht lernbar? genügt es mit seinen Ver­einfachungen und Abweichungen unserem sprachlichen Empfinden? Zur Beantwortung dieser Fragen mögen die nachstehenden Aus­führungen beitragen.

III.

In obigen als Einleitung dienenden Artikeln derDeutschen Kolonialzeitung" sind bereits die Hauptgesichtspunkte der beiden zur Auswahl vorgeschlagenen Systeme /V und 6 in mehreren Leitsätzen zum Ausdruck gebracht. Wenn im Folgenden das System ^ (d. i. K. D. mit wesentlicher Vereinfachung, jedoch ohne jede Abänderung schriftdeutscher Wörter) gegenüber dem weitergehenden System 6 zurücktritt, so hat dies folgende Gründe:

1. Das System L ist einheitlicher, logischer und ent­wicklungsfähiger als System

2. es entspricht noch weit mehr den afrikanischen Ver­hältnissen und übertrifft durch seine leichtere Erlernbarkeit und damit durch seine große Werbekraft das System ^ (und über­haupt jede andere bisherige Sprache);

3. es bietet erhöhte Gewähr für korrekten und verständ­lichen Gebrauch seitens der Eingeborenen.

Es kann somit kein Zweifel bestehen, daß das weiter­gehende System 6 für unsere kolonialen Zwecke den Vorzug