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II.
Es besteht somit kein Zweifel — und überhaupt keine Wahl —, daß einzig und allein die deutsche die einheitliche Hilfs- und Verkehrssprache des künftigen großen geschlossenen Kolonialbesitzes sein kann und darf.
Aber — und nun kommt das leidige aber — ein gewichtiges Bedenken besteht mit Recht. Die deutsche Sprache ist bekanntlich eine der schwersten, was übereinstimmend von allen Ausländern bestätigt wird. Abgesehen von den Schwierigkeiten der Aussprache und der Kompliziertheit des Satzbaues erschweren auch die ungewöhnlich zahlreichen Unregelmäßigkeiten, ja teilweise Regellosigkeiten, dann der an sich sehr erfreuliche enorme Wortschatz (mit zahllosen Synonymen) und noch viele andere Hemmnisse den Ausländern das Erlernen unserer Muttersprache. Diese Schwierigkeiten sind leider so groß, daß man hierauf manche unerfreuliche, völkerpsychologische, ja sogar politische Erscheinungen als Folge der trennenden sprachlichen Schranken zurückführen kann.
Wenn sich nun schon für den gebildeten Europäer die Erlernung der deutschen Sprache so schwierig gestaltet — leider viel schwerer als die des Französischen, insbesonders des Englischen —, so erscheint es wohl gänzlich ausgeschlossen, daß wir sie den tiefstehenden, völlig ungeschälten, wenn auch häufig sprachbegabten Eingeborenen Afrikas, denen natürlich das Verständnis für europäische Sprachbegrisfe fehlt, auf der Grundlage eines korrekten Schriftdeutsch zumuten oder beibringen könnten. Das wird in dem systematischen Unterricht der Schulen und bei Einzelnen möglich sein, nicht aber für die weitaus überwiegende Mehrzahl der Eingeborenen; und zwar schon deshalb nicht, weil ja für diese die Erlernung einer fremden Sprache nicht etwa schulmäßig auf Grund der Schrift oder einer Grammatik vor sich geht, sondern nur durch gelegentlichen Unterricht von Mund zu Mund in meist sehr formloser Weise. Es ist naheliegend, daß diese urprimitive Methode, da Lehrer und Lernende Analphabeten sind, nicht zu einer halbwegs korrekten deutschen Schriftsprache führen kann. Diese ist daher für die Masse der Bevölkerung, soweit sie überhaupt den guten