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Kolonial-Deutsch. Vorschläge einer künftigen deutschen Kolonialsprache in systematisch-grammatikalischer Darst. u. Begr / Von E. Schwörer
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-V.

Einleitung.

Voraussetzungen unü Zweck öesKolonial-Deutsch".

Zur einleitenden Darstellung der Voraussetzungen und des Zweckes desKolonial-Deutsch" (abgekürzt K. D. im Gegensatz zu H. D. fürSchrift- und Hochdeutsch") möge nachstehender in derDeutschen Kolonialzeitung" in Nr. 1 und 2 vom 20. Januar und 20. Februar 1916 veröffentlichter Artikel des Verfassers:Zur künftigen Sprachenfrage in den deutschen Kolonien" dienen.

I.

Das Verbot der Erörterung der Kriegsziele gestattet zwar nicht, den Zweck dieses Artikels und seine Voraussetzungen mit erwünschter Deutlichkeit zu präzisieren. Aber für jeden Kolonialpolitiker ist die Schaffung eines großen zufammen- hängenöen Kolonialbesitzes und eine wesentliche Veränderung der Landkarte Afrikas ein selbstverständlicher und, wie wir alle glauben, politisch erreichbarer Wunsch; und in diesem Zusammen­hang ist es schon jetzt und gerade jetzt! an der Zeit, eine wichtige Zukunftsfrage, nämlich die Sprachenfrage ins Auge zu fassen.

Daß in diesem vorerst noch hypothetischen erweiterten und geschlossenen deutschen Kolonialgebiet in Afrika als offizielle Vermittlungs- und Hilfssprache (also neben den vielen Ein­geborenensprachen) nicht etwa eine Mehrzahl verschiedener Sprachen, sondern nur eine einzige einheitliche künftig herrschen soll, ist wohl ohne weiteres als selbstverständlich an­zunehmen. Eine solche einheitliche Verkehrssprache, also ohne eine die Kolonie trennende Sprachgrenze, wird man aus politischen und militärischen wie aus kulturellen und besonders aus wirt­schaftlichen Gründen nicht entbehren können. Aus den zwingenden