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Haustiere, Jagd und Fischerei von Deutsch-Ostafrika in ihrer wirtschaftsgeographischen Bedeutung / vorgelegt von Arthur Heß
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C. Fischerei.

a) Fischerei im Meere.

Die Gewässer des Indischen Ozeans sind sehr reich an Fischen. Vor allem sind viele Arten Barsche vertreten, auch Schollen fehlen nicht, und die fliegenden Fische sind als Leckerbissen sehr begehrt. Sonderbarerweise wird der Hai­fisch , der nach B1 e y 320 ) an den Küsten Deutsch - Ostafrikas häufig ist, nicht gefangen, sondern sein getrocknetes Fleisch in ganzen Dhauladungen aus Arabien eingeführt. Demselben Autor zufolge kommt auch der Wal in den deutschen Gewässern vor. Amerikanische Walfischfänger sollen jedes Jahr die Strecke von Mafia bis Sansibar besuchen und gute Beute finden. Mat- schie 321 ) allerdings ist von dem Vorkommen dieses riesigen Säugers an der deutschen Küste nichts bekannt, doch erwähnt er, daß früher im Kanal von Mozambique Walfische häufiger bemerkt worden sind. Die Bewohner der Küstenlandschaften unserer Kolonie treiben eifrig Fischfang, da der Anbau der Feldfrüchte keineswegs genügt, um die Lebensbedürfnisse zu decken. Der Fischfang wird mit Reusen und Netzen, selten mit Angeln ausgeführt. 322 ) Die Fische sind in den Küstenorten zum Teil so billig, daß nach Rochus Schmidt 323 ) die Neger für wenige Rupien monatlich die Versorgung der Messen der Euro­päer übernehmen. Außer Fischen werden Krebse, Seeigel, Tintenfische und Muscheln gefangen, von denen es eine sehr wohlschmeckende Art gibt; 32ft ) Schildkröten jedoch nur selten.

b) Fischerei in den Flüssen und Seen des Schutzgebietes.

Die Flüsse des Schutzgebietes scheinen im allgemeinen reich an Fischen zu sein. Genauere Untersuchungen über die vorkommenden Arten stehen noch aus. Daher sind unsere Kennt-

320 ) Bley, Deutsche Pionierarbeit in Ostafrika, S. 38, 39.

321 ) P. Matscliie, Die Säugetiere Deutsch-Ostafrikas, S. 142.

822 ) Baumann, Usambara und seine Nachbargebiete, S. 36.

s 23 ) Rochus Schmidt, Deutschlands Kolonien, ihre Gestaltung, Entw. und Hilfsquellen, S. 160.

324 ) Bley zufolge steht die Korallenbankauster an würzigem und feinem Ge­schmack nicht hinter den besten englischen und holländischen Austern zurück.