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Haustiere, Jagd und Fischerei von Deutsch-Ostafrika in ihrer wirtschaftsgeographischen Bedeutung / vorgelegt von Arthur Heß
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afrika wird die Zucht dieses Vogels gute Resultate liefern. Dies ist um so mehr der Fall, als Straußenzucht kein großes Anlage­kapital erfordert 306 ) und der Verkauf der Federn bald die auf­gewandte Mühe lohnt. Die Transportkosten nach der Küste sind nach Bronsart von Schellendorf 307 ) gering, ein Träger vermag für 1020 000 M>. Federn zu befördern. Demselben Ge­währsmann zufolge erreicht der Strauß in der Gefangenschaft ein Alter von etwa 25 Jahren und liefert vom 5. Jahre ab gute Federn, welche durchschnittlich alle 8 Monate von einem Tier genommen werden können (im Werte von 400 M). Demnach würde ein einziges Tier in der angenommenen Zeit für i2 000 M. Federn liefern. Wenn ich noch hinzufüge, daß man von einem Elternpaar auf mindestens 40 Kücken im Jahr rechnen darf, so geht aus diesen Angaben der hohe Wert der Straußenzucht für unser Schutzgebiet hervor, welche hoffentlich auch hier, wie im britischen Südafrika die wirtschaftliche Entwicklung des Landes gedeihlich beeinflussen wird. Bis jetzt ist man freilich nicht viel über die Anfänge dieses wichtigen Unter­nehmens hinaus gekommen. Das Bedeutendste verspricht die Straußenzucht der Kilima - Ndscharo - Handels- und Landwirt­schaftsgesellschaft zu werden, welche in dem fruchtbaren Vorgelände des Kilima - Ndscharo eine Farm errichtet hat, die eine günstige Entwicklung verspricht. Auch einige Militär­stationen beschäftigen sich mit Straußenzucht, so Kilimatinde und Mpapua. Von Erfolgen kann man freilich noch nicht reden.

4. Das Zebra.

In Deutsch-Ostafrika sind Zebras häufig. Sie gehören jener unter dem Namen Equus böhmi Mtsch. bekannten Art an, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß neben dieser Art noch eine zweite vielleicht am Nyassasee vorkommt (Equus chapmanni Lagarel). 308 ) Das Zebra liebt vorzugsweise große Ebenen, die ihm freie Bewegung gestatten, doch ist es auch im bergigen Gelände, ja selbst im Gebirge beobachtet worden. 309 ) Des Mittags findet man häufig Zebratrupps in lichten Waldungen,

306 ) Berichte über Land- und Forstwirtschaft, Heft III, S. 291.

307) Vgl. Fritz Bronsart von Scheilendorf, Strauße, Zebras und Ele­fanten. Die Bedeutung eingeborener Tiere für die wirtschaftliche Entwicklung Deutsch- Ostafrikas. Berlin, 1898.

308) p. Matschie, Die Säugetiere Deutsch-Ostatrikas, S. 95.

309) Wißmann, In den Wildnissen Afrikas und Asiens, S. 95.