Print 
Haustiere, Jagd und Fischerei von Deutsch-Ostafrika in ihrer wirtschaftsgeographischen Bedeutung / vorgelegt von Arthur Heß
Place and Date of Creation
Page
46
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

46

dem Küstengebiet kennt, hat in jenen anderen Gegenden bis jetzt nicht nachgewiesen werden können.

Bei einer speziellen Untersuchung der wild lebenden Tiere von Deutsch - Ostafrika lassen wir uns wie bei unseren bis­herigen Betrachtungen vom wirtschaftlichen Standpunkte leiten.

Damit haben wir zugleich ein Prinzip gefunden, nach welchem

wir eine Gliederung dieser großen Formenmannigfaltigkeit ge- .

winnen können. Wir unterscheiden somit:

I. Die wirtschaftlich wichtigsten Jagdtiere.

1. Der Elefant.

2. Das Flußpferd, dessen Zähne als Ersatz für das Elfen­bein dienen können.

3. Der Strauß.

4. Das Zebra.

II. Die übrige jagdbare Tierwelt.

I, Die wirtschaftlich wichtigsten Jagdtiere.

I. Der Elefant.

Unter allen Produkten, welche uns die wilde Tierwelt Afrikas liefert, nimmt noch heute das Elfenbein die erste Stelle ein.

Um nun die große Bedeutung, welche das Vorkommen des Ele­fanten in Deutsch-Ostafrika besitzt, recht würdigen zu können, sei es mir gestattet, bei dieser Gelegenheit einige allgemeine Ausführungen über das Verbreitungsgebiet des Elefanten in Afrika und den Elfenbeinhandel vorauszuschicken, ehe wir uns zu Deutsch-Ostafrika im speziellen wenden.

Heutzutage ist das Gebiet, in welchem wir in Afrika Elfen­bein finden, noch ziemlich groß, und man kann sagen, daß es sich zwischen dem Tsadsee im Norden und dem Ngamisee im Süden ausdehnt. Genaue Grenzen lassen sich nicht feststellen, da die Elefanten einesteils große Wanderungen unternehmen, andernteils manche Gegenden jahrelang verlassen und in an- deren Landschaften unerwartet auftreten. An den Küsten Afrikas finden sich Elefanten nur noch selten. Überall sind sie durch die beständigen Verfolgungen zurückgedrängt worden, doch hausen sie nach B r e h m 221 ) nördlich vom Kongo bis zum Ka-

MI ) Brehms Tierleben, Bd. III, S. 11.