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Haustiere, Jagd und Fischerei von Deutsch-Ostafrika in ihrer wirtschaftsgeographischen Bedeutung / vorgelegt von Arthur Heß
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ist auch selbst in der trockenen Jahreszeit an Wasser kein r

Mangel. Auch die großen Steppen, die etwa 15 Proz. unseres £

Besitzes ausmachen (== 142 000 qkm), sind für Viehzucht in i

größerem Umfange (26 400 qkm) 10 ) als geeignet anzusehen und 1

berechtigen zu Hoffnungen für die Zukunft. f

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Viehkrankheiten.

Ein großes Hindernis für die gedeihliche Entwicklung der ^

Viehzucht bilden leider die im Lande herrschenden Viehseuchen, ^

die in manchen Gebieten die Rinderhaltung außerordentlich er- ^

schweren, wenn nicht gar überhaupt ausschließen. Besonders 2

die Viehzucht an der Küste hat unter diesem Übel ungemein j

zu leiden, sie weist eine hohe Sterblichkeitsziffer auf und ist A

trotz aller Bemühungen seitens der Regierung nicht viel vor- c

wärtsgekommen. Über den Charakter dieser Sterbe war man c

bis vor kurzer Zeit im unklaren. Man wußte nicht, ob man es r

mit einer oder mehreren Krankheiten zu tun hatte und ob sie [

an der Küste heimisch seien oder durch vom Inneren heran- c

getriebenes Vieh eingeschleppt würden. Koch gelang es, durch c

seine Untersuchungen festzustellen, daß es zwei verschiedene j

Krankheiten sind, welche jene großen Verluste an der Küste j

hervorrufen, nämlich das Texasfieber und die Surra (h) oder j

Tsetsekrankheit. 11 ) Durch mikroskopische Untersuchung des j

Blutes der erkrankten Tiere fand sich, daß diese Seuche durch j

einen Parasiten bedingt wird, der im Blute der Tiere lebt. Die Übertragung der Krankheitsstoffe von einem Tier zum anderen j. geschieht durch eine stechende Insektenart. j

Die Verbreitung der Surra ist im Schutzgebiet eine ziem- ^

lieh ausgedehnte, und die Krankheit wird jetzt doch ernster auf- g

gefaßt, als dies zum Teil früher geschah. Denn leider hat man (

festgestellt, daß auf allen bislang untersuchten Straßen an ge- j

wissen Stellen sich die infizierenden Insekten das ganze Jahr -]

hindurch aufhalten. 12 ) An der Küste selbst ist die Surra nicht [

endemisch, wird aber durch aus dem Innern zugetriebenes Vieh ^

dahin verschleppt. Die Meinungen über die Hauptaufenthalts­orte der Tsetse sind noch nicht geklärt und widersprechen sich sogar zum Teil. Nach der einen Ansicht sind besonders Fluß- 1

10 ) Zahlen nach Peters, Das Deutsch-Ostafrikanische Schutzgebiet, S. 379. u ) Vergleiche hierzu: Tropenpflanzer, II. Jahrgang, lieft 2, S. 63.

12 ) Denkschrift 1899/1900, S. 95.

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