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der Baustoffe und gute Regelung der öffentlich-rechtlichen Verhältnisse. Das den Siedlern zu erweisende Entgegenkommen wird übrigens weniger in Geldopfern zur Herabsetzung des Kaufpreises als vielmehr in längerer Rentenfreiheit und im allmählichen Ansteigen der Rente zu bestehen haben. Beides ist hier in viel höherem Maße angebracht als in Posen-Westpreußen, wo der Kulturzustand der Flächen und die Verkehrsverhältnisse viel besser sind und außerdem die meist recht teure Fürsorge für die Ansiedler (sorgfältige Ackerbestellung, Ausstattung der Stellen mit Wirtschaftsvorräten, Meliorationen usw.) eine viel größere und weitergehende ist,'als sie es im Neulande sein kann.
Hier muß sich der Ansiedler all das mehr durch langjährige Arbeit erkaufen, was er dort gegen Geld und Rente sofort mitbekommt. Insbesondere werden meist Jahre vergehen, ehe er mit seinem Viehstand voll in Ordnung ist. Unter diesen Verhältnissen braucht man auch die Schattenseiten nicht zu fürchten, die bei uns die Gewährung von Frei- jahren bisweilen ausweist. Daher muß ein allmähliches Ansteigen der Rente zugestanden werden, bis sich die Verhältnisse entsprechend gestaltet haben. Auch in Kurland hat man neuerdings den Rückwanderern, ebenso wie früher in Rußland, eine größere Anzahl von Freijahren bewilligt.
Broedrich-Kurmahlen sagt* über die Rückwanderer: „Die eiserne
Energie des Kolonistenbauern, sein und seiner Familie zäher Fleiß, Bedürfnislosigkeit und Sparsamkeit, der gewaltige, geradezu alttestament- liche Kinderreichtum und dessen viele Hände ersetzten das Betriebskapital."
Auch auf die wichtige
Schlußvermessung und Kartierung, sowie auf die Kataster- und Grundbuchberichtiguug
soll hier nicht näher eingegangen werden.
Diese wichtigen Arbeiten dürfen unter der gebotenen Schnelligkeit der Besiedlung keinesfalls leiden und sind daher erst nachträglich mit der durch die Wichtigkeit der Sache bedingten Sorgfalt und Genauigkeit auszuführen, wenn die zunächst bei den Arbeiten zur vorläufigen Landzuteilung und -bewertung voll in Anspruch genommenen Vermessungs- kräfte wieder frei werden.
Um die neuen Gemeinden wirtschaftlich leistungs- fähi'g zu machen, ist für eine gute
Regelung der Gemeinde-, Kirchen- und Schulverhältnisse unbedingt Sorge zu tragen.
Archiv f. Jnn. Kolonisation, Jnliheft 1915, S. 280.