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Schnelle Besiedlung unserer neuen Ostmarken / von Ekkehard Ostmann [alias Stumpf]
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ist hergestellt werden, was die Bauausführung sehr verbilligen und beschleunigen wird.

Daß den Ansiedlern alle Baustoffe vom Staate zu möglichst niedrigen Preisen überlassen werden müßen, kann wohl als selbstverständlich gelten.

Bei vollster Heranziehung der Ansiedler zur Bautätigkeit in der eben kurz angedeuteten Weise bietet also auch die Baufrage kein Hindernis für die notwendige schnelle Besiedlung unseres Neulandes.

Wo der Krieg alle Baulichkeiten zerstört hat, wird man sich bis zur Fertigstellung der ersten Schurzholzbauten mit Unterkunftsbaracken oder mitbesseren" Erdwohnungen, wie sie auch jetzt schon bei der Siedlung stellenweise zu finden sind, behelfen müßen. Unsere Soldaten haben ja schon über ein Jahr in vielfach allerdürftigsten Erdhöhlen wohnen müßen, und zwar auch im Winter, während man die Besiedlung unterkunftsloser Flächen in den Sommer verlegen kann.

Und nun zu einer der wichtigsten siedlungstechnischen Fragen­gruppen, der

Einteilung, Bewertung nud Vergebung der Stellen.

Lange Monate vergehen meistens beimalten Verfahren", bis der Einteilungsplan aufgestellt und ins Feld übertragen und ehe die Stellen bewertet sind. Auch hier muß im Neulande mit allergrößter Beschleuni­gung vorgegangen werden, wenn das Siedlungswerk nicht schwersten Schaden leiden soll.

Zunächst zur Frage der zu wählenden Stelle ngrößen. Bei der Entscheidung hierüber wird man dort, wo genug Siedlungsland zur Verfügung steht und es nicht darauf ankommt, in fremdstämmige Be­völkerung auf wenig Land möglichst viele Deutsche hineinzubringen, die Stellen möglichst groß wählen müßen, nach Bodenbeschaffenheit im Aus­maß natürlich schwankend. Hierfür sind etwa folgende Gesichtspunkte aus­schlaggebend:

1. Die Witterungsverhältniße des Landes ermöglichen nicht, sonst gleichem Boden ebensoviel zu entnehmen wie in den meisten Teilen Deutschlands.

2. Der Kulturzustand des Bodens ist ungleich schlechter als dort.

3. Die Verkehrsverhältniße werden noch auf viele Jahre hinaus gleichfalls sehr mäßige sein.

4. Eine intensive Wirtschaft wird sich aus allen diesen Gründen in größerer Ausdehnung erst nach vielen Jahren durchführen laßen.

5. Zu einer dichten Besiedlung fehlt bei größerer Landzunahme das Menschenmaterial.

6. Es ist daher Platz zu laßen für den Nachwuchs der nächsten Generationen, der sich auf den abgezweigten Stellen niederläßt.