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Schnelle Besiedlung unserer neuen Ostmarken / von Ekkehard Ostmann [alias Stumpf]
Entstehung
Seite
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dienen ferner die Ländereien der in Polen sitzenden Deutschen, deren Ver­hältnisse im wesentlichen nach den vorstehenden Forderungen zu regeln wären.

Da bei einem Teile von ihnen, auch soweit es sich um Evangelische handelt, die Polonisierung schon größere Fortschritte gemacht hat, wird auf ihrer Landenteignung und Rückwanderung auch dann zu bestehen sein, wenn sie unter mehr oder minder geheimem und starkem polnischen Drucke sich als Polen bezeichnen und in ihrer jetzigen Heimat verbleiben wollen. In deutscher Umgebung werden sie ihr Deutschgefühl in Kürze voll wieder­gewinnen und für uns zur Besiedlung und Füllung unserer weiten Neu­länder sehr nötig und wichtig sein. Die Mitwirkung deutscher Reichsver­treter bei der Aussiedlung wird in Polen voraussichtlich ebenso nötig sein wie in Rußland.

Die Soldaten-Siedler.

Die nächst wichtig sie Siedlerquelle wird zu finden sein in den altenSoldaten und in den Halbinvaliden, soweit sie zur Uebernahme und Bewirtschaftung einer landwirtschaftlichen Stelle bereit und befähigt sind. Sie wird aber nur dann wirklich ergiebig sein, wenn den Ansiedlern im allgemeinen und den Soldaten und Invaliden im be­sonderen günstige Ansiedlungsbedingungen gewährt werden. Dies wird für unser Neuland im Osten schon deshalb nötig sein, weil es dem Landwirt nun einmal nicht so günstige wirtschaftliche Be­dingungen bietet, wie wir sie in Deutschland im allgemeinen haben. Auch ist sehr wohl zu berücksichtigen, daß nach einem glücklichen Kriege die Erwerbsbedingungen in der alten Heimat sich fast allgemein sehr günstig gestalten werden, so daß schon ein be­sonderer Anreiz zur Ansiedlung im fernen Osten gewährt werden muß. Man wird sich hierüber keiner Täuschung hingeben dürfen. Hielt es in den ersten Jahren der Ansiedlungstätigkeit schon sehr schwer, mittel- und westdeutsche Ansiedler nach den Provinzen Posen und Westpreußen zu bekommen, so wird das ganz zweifellos noch schwerer sein für die früherrussischen" Landesteile. Es wird nur dann glücken, wenn die Leute die feste Ueberzeugung gewinnen, sich und ihrer Familie dort unter besonders günstigen Bedingungen ein gesichertes, eigenes Heim, eine aussichtsreiche Existenz, gründen zu können. Nur dann wird man auch damit rechnen können, den Lieblingsgedanken so vieler Soldaten­freunde einmal in die Tat umzusetzen, nämlich die altgedienten Unter­offiziere, soweit sie vom Lande stammen, diesem wieder zuzuführen, ein Plan, der sich bislang so gut wie gar nicht hat verwirklichen lassen. Dieses zwar genugsam bekannte, bislang vergebliche Bemühen zeigt, daß man