Dem Ankauf ganzer Bauernhöfe, insbesondere ganzer Einzel- Höfe, in schon separierten Gemeinden muß übrigens von vornherein die größte Aufmerksamkeit zugewendet werden, und zwar um so mehr, als in manchen Teilen unseres Neulandes der Anteil des Großbetriebslandes am Gesamtland gar nicht mehr groß ist. Dort ist daher die Ueber führung ganzer Bauernhöfe aus fremd stämmiger in deutsche Hand die beste und leichteste Form deutscher Ansiedlung.
Sowohl die Siedlungsbehörden wie -gesellschaften werden sie er- foderlichenfalls in gesonderten Abteilungen eifrig Pflegen müssen. Für sie werden die sich meldenden Einzelbewerber in erster Linie zu verwenden sein. Sie wird durch Beihilfen usw. so zu fördern sein, daß für die freiwerdenden Höfe stets genügend Käufer verfügbar sind, denn sie hat den großen Vorteil, dem Verwaltungs- und Siedlungsapparat verhältnismäßig wenig Arbeit zu machen und zudem gerade dort einzusetzen, wo die Siedlung im großen, die Zwischensiedlung, wie eben dargelegt, gewisse Schwierigkeiten bereitet.
Sie wird dadurch sehr erleichtert werden, daß gemäß späteren Darlegungen der deutsche Siedler nur etwa 25 A, der alte Besitzer dagegen, falls er die Stelle behält oder an einen Fremdstämmigen verkauft, 60 A des Wertzuwachses abzugeben hat. Die Ueberführung ganzer Bauernhöfe in deutsche Hand muß daher als ein sehr wichtiger Zweig der Siedlungsaufgabe aufgefaßt werden. Dabei wird übrigens zu erstreben sein, die freiwerdende nichtslawische Bevölkerung nach Deutschland zu bringen, das ihre Arbeitskraft sehr wohl brauchen und gut bezahlen kann, in dem sie andrerseits kein bedenkliches Zuwandererelement (wie etwa eine polnische Zu- lvanderung, die durchaus ferngehalten werden muß) darstellt. Wo, wie es außerhalb des Baltenlandes meist der Fall sein wird, e i n alter Bauernhof zu klein ist, werden zwei oder mehrere zusammen zu legen sein.
livland geschehen. Dieses Vorgehen sollte den schon vor Kriegsbeginn fertiggestellten Plan der russischen Regierung ergänzen, die Ostseeprovinzen durch Ansiedlung von 300 000 großrussischen Bauern auf dem Kronlande und den deutschen Großbesitz- ländern vollständig zu russifizieren.
Haben uns also die Russen in obiger Weise in genügendem Umfange vorgearbeitet und uns genügend „Land ohne Leute" geschaffen, so wird sich in den Einzelhofgcgenden die Einmengn ng deutschen Besitzes Wohl in der Tat auf die Ueberführung lettisch-litauischen bäuerlichen Besitzes auf dem Wege des freihändigen Ankaufs beschränken können. Weite Flächen werden dem Reiche teils unentgeltlich, weil herrenlos, teils gegen Uebernahme der sehr niedrigen Landschaftsschulden zufallen.