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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
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Kap. VI. Die Missionen in Schantung und ihr Werk.

Die letzten Angaben über die Anzahl der Christen sind von Ende 1893; sie betrug 18 132. Damit schliessen die Quellen ab, die mir zur Verfügung gestellt worden sind. Soviel ich aus ihnen ersehen kann, hat die Mission zwar Besitz in mehreren Städten; aber ihr eigentliches Feld sind die Dörfer. Ihre Erfolge sind unter den Landbewohnern bewunderungswürdig gross gewesen, was die Zahl der Getauften betrifft. Sie wirkt, im Gegensatz zu den Franziskanern, durch das persönliche Umherziehen der Missionare unter den Gemeinden; sodann durch die Erziehung von Waisen­kindern und die Ertheilung von Schulunterricht unter den Kindern der Gemeindemitglieder. In den Berichten ertönt manche Klage über das geringe Verständniss, welches erwachsene Bekehrte für die Lehre des Christenthums haben. Auch hier scheint die Hoffnung für die Zukunft besonders auf der heranwachsenden Jugend zu beruhen.

Die Ereignisse von 1897 sind noch in allgemeiner Erinnerung. Die abermals, wie es scheint mit obrigkeitlicher Bewilligung, ver­breiteten Verleumdungen und Verhetzungen endigten mit der Er­mordung von zwei Missionspriestern; sie hatten die unmittelbare Besetzung von Kiautschou durch deutsche Schiffe und Marine- Mannschaften am 14. November zur Folge. Der würdige Priester Herr Freinademetz erlebte schon wenige Wochen nachher die Freude, in Tsingtau vor deutschen Katholiken in Gegenwart der Offiziere und Mannschaften ein Hochamt zu celebriren.

Die protestantische Mission.

Vielfach von der katholischen Mission verschieden ist die protestantische Mission in Schantung, wie in China überhaupt. Zahlreicher, als bei jener die Kongregationen, sind bei dieser die Missionsgesellschaften, die überdies zum Theil verschiedenen, in Ritus und Fassung einzelner Glaubenssätze von einander ab­weichenden Denominationen angehören. Auch wird nicht, wie dort, durch eine einheitlich waltende höchste Autorität das Land nach Provinzen unter sie vertheilt, so dass jeder Gesellschaft ihr Gebiet zugewiesen wird; sondern jede wählt sich nach freiem