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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
Entstehung
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Glockenhügel bei Tsinanfu.

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von der Stadt steigen starke Quellen auf, und im Nordosten liegt ein von ihnen gespeister, durch seine anmuthigen Umgebungen, seine baumreichen Inseln und Theehäuser berühmter See.

Nachdem ich durch längere Zeit fast nur die Physiognomie der Landbevölkerung von Schantung gesehen hatte, fiel es mir auf, hier in der Stadt eine grosse Anzahl echt südchinesischer Gesichter zu erblicken. Dies war besonders der Fall, wenn man einen Geschäftsladen betrat. Ich habe schon (S. 96) zu erwähnen Gelegenheit gehabt, dass der Kaufmannsstand hier im Wesent­lichen aus zugewanderten Leuten aus solchen Provinzen besteht, deren Bewohner im Allgemeinen den kaufmännischen Sinn in ausgesprochenster Weise besitzen.

Ich erfreute mich in Tsinanfu des ungemein liebenswürdigen Entgegenkommens der Mitglieder der dortigen Franziskanermission, besonders des Paters de Marchi, welcher jetzt ihr bischöfliches Oberhaupt ist. Näheres darüber behalte ich einem anderen Ab­schnitt dieses Buches vor.

Ausflug nach dem Gelben Fluss.

In geringer Entfernung, nur etwa sechs Kilometer nördlich von Tsinanfu, liegt am Südufer des Hwanghö der Schifffahrtsplatz Lököu, wo der Wechsel der Verkehrsmittel von Land zu Wasser stattfindet. Der Ort ist besonders wichtig für die Hauptstadt, welche dadurch einen Theil ihrer Zufuhren bekommt. Er ist zwar klein, hat aber einen stattlichen Anstrich durch die weitläufigen, aus grossen, blaugrauen Ziegelsteinen errichteten Gebäude der Grosskaufleute und Spediteure. Tsinanfu erschien mir im Verhältniss zu Lököu wie ein grosser Ort des Kleinhandels.

Aus dem ebenen Land zwischen Hauptstadt und Fluss er­heben sich inselgleich merkwürdige, glockenförmig gestaltete Kuppen von etwa 100 Meter Höhe. Einige sind sanft geformt und an der Oberfläche mit grossen, gerundeten Blöcken von schwärzlicher Färbung bedeckt. Andere sind steiler; auch sie er­scheinen, aus der Ferne gesehen, wie Haufwerke solcher Blöcke.