VIERTES KAPITEL.
Von Itschoufu bis Tsinanfu.
Nach dieser allgemeinen Uebersicht von Schantung wende ich mich wieder meiner Reise zu und knüpfe den Faden der Erzählung bei Itschoufu an, wo ich ihn (S. 42) abbrach.
Ich blieb hier einen Tag, um die benachbarten Kohlenfelder zu besuchen. Ich hatte früher erfahren, dass hier Kohlen gewonnen würden, und erhielt die praktische Bestätigung schon bei der Annäherung an die Stadt; ganze Züge von Schiebkarren kamen mir entgegen, die mit sehr gut aussehendem Koks beladen waren. Die Gruben sollten im Südwesten liegen; ihr Besuch erforderte eine Wanderung von 40 km, die auf dem hart ausgetrockneten Lehmboden recht ermüdend war. Schon an der Stadtmauer kam ich auf etwas erhöhtem Grund zu Schichten, die ich nach dem Ueberblick des Ganzen den höchsten Theilen der kohlenführenden Gebilde zurechnen zu dürfen glaubte. Von hier blickt man hinaus in ein beinahe ebenes Land. Lange, meridionale, mit breitem Alluvialboden erfüllte Thäler sind 15 bis 20 Meter tief eingesenkt und zerlegen es in ebenso gerichtete bandartige Streifen. Um denselben Betrag, und ebenso gerichtet, steigen einzelne Wellen noch über das allgemeine Niveau an. Im Süden erhebt sich vereinzelt eine höhere, gerundete Kuppe. Noch höheres Gebirge ist im Nordwesten sichtbar. An Berge mit schroffen Umrissen, die sich später als das Querprofil des Kiunüschan herausstellten, schliesst sich dort gegen Westen die Umrisslinie eines