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Kap. IV. Von Itschoufu bis Tsinanfu.
Von Tainganfu nach Tsinanfu.
Die Strasse verlässt das Thalbecken, und damit das Wassergebiet des Wönnhö; sie geht nördlich in die Berge hinein. Rechts starrt der Taischan auf, felsig und kahl; seine durchschluchteten Gehänge ziehen herab auf einen breiten, flachen Schuttkegel. Links erhebt sich ein Berg von ähnlicher Gestalt, aber nicht so hoch. In einer tiefen Einsenkung, welche die beiden Gneissgebirge trennt, geht es aufwärts zur Wasserscheide, die kaum 50 Meter über Tai-ngan liegt, und dann jenseits hinab. Das Thal ist eine Furche, nur 400 bis 600 Meter breit, und ganz erfüllt von grobem Gneiss- geröll; ich sah kein anderes Gestein. Zu den Seiten steigen die Bergwände an. Der Weg ist öde. Es giebt zwar Dörfer, aber sie sind unbeschreiblich armselig und nur von ganz armem Volk bewohnt, dem das Betteln Beruf ist. Alte Frauen und Kinder haben an der Strasse ihre bestimmten Plätze, an denen sie jahrein jahraus, Tag für Tag liegen und sich durch kleine Wälle vor dem Winde schützen. Das Betteln beginnt, sowie man auf das Steingeröll kommt, und hört auf, sowie man es verlässt. Schon vorher hatte ich entlang meiner Reise bemerkt, dass die Bettler auf die öden Strecken des Landes beschränkt sind, ein Zeichen, dass Noth vorliegt und nicht Faulheit, wie in manchen Gegenden Europas. Trotz der Armuth der Ortschaften haben die Nienfei- Rebellen sie im Jahr 1868 bei ihrem Durchzug nicht verschont und den Bewohnern das wenige aufgesparte Kupfergeld abgenommen.
An der Strasse giebt es indessen auch Dörfer, in denen Industrie getrieben wird, wie sie für solche Gegenden angemessen ist. So besteht z. B. ein ganzes Dorf aus Kaufläden, in denen allerlei Gegenstände aus Rohhaut und Leder feilgeboten werden, besonders Peitschen und Riemzeug. Der Stoff ist so gut, dass ich manche hier gekaufte Kleinigkeit während meiner ganzen späteren Reisen in China mit mir führte. Die Fahrt über dieses Steingeröll spottet jeder Beschreibung; man würde nicht glauben, dass die Räder über die grossen Felsblöcke hinwegkommen können. An den schlimmsten Stellen hat man, wahrscheinlich bei Gelegenheit einer früheren Kaiserfahrt, lange, unregelmässig säulenförmige