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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
Entstehung
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Kap. III. Bewohner und Volkswirtschaft.

Kosten für die metrische Tonne und die Strecke von je IOO km sich auf M. 32,40 bis M. 36 (jetzt die Hälfte) beliefen, während der Preis im kleineren Verkehr, wie er bei dem Beispiel aus Schantung vorliegt, auf 50 bis 60 Mark stieg.

La ndwirth schaft.

Wenn auch bei der Kleinheit der Mittel und der Grösse des Verkehrs viele Menschen mit dessen Bewältigung beschäftigt sind, so sind doch die Leute von Schantung weitaus in erster Linie Ackerbauer und Bodenbewirthschafter in allgemeinem Sinn. In wenigen Provinzen sind die Bewohner dem Landbau so voll­kommen ergeben. Daher auch überwiegen die Dörfer weit über die Städte, und ein besseres Bild der intensiven Feldwirthschaft der Chinesen kann man nirgends gewinnen. Uralte Methoden sind zu hoher Vollendung gebracht. China ist überhaupt dadurch merkwürdig, dass in Allem kleine Mittel angewandt und zu zweck­entsprechender Ausbildung gelangt sind, und dass eine riesenhafte Gesammtleistung damit erzielt wird. Man baut Getreide, Hülsen­früchte, Oelfrüchte, Gespinstpflanzen, Gemüse und Nutzbäume. Durchweg herrscht der Gartenbau, dessen Merkmal darin besteht, dass man jede Pflanze pflegt und jeder, vom Saatkorn an bis zur Reife, ihren Antheil an Dünger und Wasser zukommen lässt. Hierfür ist es nöthig, ebene Felder zu haben; daher ist der Boden, wo er nicht an sich vollkommen eben ist, in Terrassen angelegt, und sorgsam werden diese erhalten. Die höhere Stufe wird ent­weder durch eine Steinmauer geschützt, oder durch die Grasnarbe eines schmalen Rains, zuweilen auch durch die Wurzeln einer Reihe von Obstbäumen verstärkt. Bei flachwelligem Boden sind die Terrassen breit und niedrig, bei steiler ansteigendem Grund schmal und hoch. In dieser Form ziehen sie in alle Gebirgs- thäler hinein und nehmen die unteren Theile der Gehänge ein. Der Rest der letzteren wird nicht benutzt. Aber die Rückenflächen der Berge bis zu mehr als 1000 Fuss Höhe sind wieder häufig angebaut; dort ist die Terrassirung nicht so planmässig durch-