DRITTES KAPITEL.
Bewohner und Volkswirthsehaft.
Schantung ist ein dicht besiedeltes Land. Aber wenn es einst möglich sein wird, eine Besiedelungskarte zu entwerfen, wird sie innerhalb der Provinz grosse Unterschiede zeigen. Das Bergland ist grossentheils dünn bevölkert, umschliesst jedoch Thäler, wo Siedelungen sich drängen; das Flachland ist im Allgemeinen sehr dicht bewohnt, aber es werden sich hier menschenarme Enklaven herausstellen. Die grösste Koncentration findet, wie es scheint, in den Zonen an den Gebirgsrändern statt, insbesondere östlich von Tsinanfu, und dann dem Westrand des Gebirgslandes entlang. Auch im Norden des Gelben Flusses soll die Siedelung eine dichte sein.
Einwohnerzahl.
Die Gesammtzahl der Bevölkerung lässt sich schwer angeben. Die Zählungsmethoden der Chinesen sind theoretisch genau. Marco Polo hat sie gut dargestellt, wenn er bei der Beschreibung der Stadt Quinsay (Hangtschoufu) sagt: »Ich muss Euch noch etwas Anderes erzählen. Es ist der Brauch in dieser Stadt, dass jeder Bürger und jeder Mensch in ihr, was er auch sein möge, über seine Hausthür zu schreiben hat seinen Namen, den Namen seiner Frau und die seiner Kinder, seiner Diener und aller Bewohner des Hauses, ja sogar die Zahl der Thiere, welche er hält.