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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
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Bewohner in ältester Zeit.

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der von Schantung, verstehen, und ich will aut deren frühere Episoden mit einigen Worten eingehen.

Geschichtliche Entwickelung der Provinz und ihrer

Bewohner.

Das Land, welches wir heute China nennen, war ursprüng­lich von einer Anzahl von Stämmen bevölkert, welche, wenn auch durch gemeinsame ethnographische Merkmale verbunden, doch nicht unerhebliche Unterschiede nach Abstammung und Sprache besessen haben müssen und wahrscheinlich auch ungleich in der Höhe der Bildung und der wirthschaftlichen Kultur gewesen sind. So lebten im östlichen Schantung die Stämme der Lai und der Kiau, an den nördlichen Abdachungen des Hwai-Gebirges der Stamm der Hwai. Nach allen diesen sind Gebirge, Flüsse und Ortschaften noch heute benannt. Ein Kulturvolk mit centralisiren- der Macht erscheint, wahrscheinlich nicht später als 2600 v. Chr., zuerst im Nordwesten, in der heutigen Provinz Schensi und im südlichen Teil von Schansi. Die ältesten, in dem Buch Yükung überlieferten Aufzeichnungen stammen, nach einer durch astro­nomische Kontrolle gestützten Zeitrechnung, ungefähr aus dem 23. Jahrhundert v. Chr. Aus diesem Buch, welches uns den grossen als Reichsverwalter unter dem Kaiser Yau kennen lehrt, ent­nehmen wir, dass das Kulturvolk seine Macht und seinen Handel über die von seinen früheren Sitzen leicht erreichbaren Gebiete bis zu gewissen, besonders durch die Gebirge gegebenen Grenzen ausgedehnt hatte. Diese umfassen im Osten noch den westlichen Theil des Gebirgslandes von Schantung, aber nicht den östlichen, wenn auch die dort wohnenden Lai-Barbaren Tribut zu entrichten hatten. Das Reich wird erst nach den damaligen neun Provinzen in grossen Zügen geographisch beschrieben. Insbesondere sind die aus den bewohnten Thallandschaften sichtbaren Gebirge und die Hauptströme in ihrem Verlauf klar und kurz dargestellt. Dann wird in ganz nüchterner Weise bei jeder Provinz die nach neun Kategorien geordnete Güte der Felder und die ebenfalls nach einer neuntheiligen Skala bemessene Steuerstufe angegeben, so-