Schollengebirge von West-Schantung.
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die sämmtlich nicht mehr horizontal liegen, sondern gegen einander so verschoben worden sind, dass fast jedesmal der südliche oder südwestliche oder südöstliche Rand gehoben und die aufgelagerte Tafel unter geringem Winkel nach Nordost oder Nord oder Nordwest geneigt ist. Wären alle Schichtgebilde der Tafelmassen erhalten, so müsste die Steinkohlenformation, als deren oberstes Glied, das ganze nördliche China, daher auch die Provinz Schantung, bedecken. Aber die denudirenden Agentien haben in den langen Zeiträumen, in denen sich in Europa die Formationen der Trias, des Jura, der Kreide und des Tertiär ablagerten, grosse Arbeit gethan. An den gehobenen Kanten der einzelnen Schollen wurden in der Regel alle Sedimentgebilde fortgeführt, so dass dort das Grundgerüst häufig nicht nur die Flanke, sondern auch die First einer Scholle bildet, und von der Tafelfläche der letzteren wurde die Steinkohlenformation nebst einem beträchtlichen Theil der sinischen Gebilde weggeführt, so dass nur diese, und auch sie nur unvollkommen, erhalten sind. Andere Theile von Nord-China sind mehr bevorzugt. Denn wo die Schollen ausgedehnt sind und horizontal liegen, wie in Schansi, war Alles bis zur Steinkohlenformation hinauf besser geschützt und konnte in grösserem Umfang erhalten bleiben. In Schantung ist diese nur dort noch vorhanden, wo sie so tief herabgesunken ist, dass die denudirenden Gewässer ihr nichts anhaben oder nur einen Theil entfernen konnten. So kommt es, dass wir sie nur sporadisch finden. Am Nordrand des Gebirges haben Absenkungen in kleinen, rundlichen Becken stattgefunden; das sind dort die Kohlenfelder. Im Südwesten fand die Absenkung an einem langgedehnten Bruch statt; eine grössere Scholle ruht in der Tiefe, daher ist hier das Areal der Steinkohle ein grösseres.
Diese einfachen und leicht verständlichen Verhältnisse machen es unschwer, die Grenzen der Steinkohlenformation festzusetzen. Wer sie genau festzulegen unternimmt, muss sich mit der Sinischen Formation bekannt machen, welche die Becken umgiebt, um zu wissen, wo Steinkohle nicht mehr Vorkommen kann.
4. Die letzten Vorgänge.
Es wird sorgfältiger Untersuchung bedürfen, um zu erkennen, in welchen Zeiten sich diese grossen tektonischen Aenderungen
v. Richthofen, Schantung.
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