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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
Entstehung
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Schollengebirge von West-Schantung.

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die sämmtlich nicht mehr horizontal liegen, sondern gegen einander so verschoben worden sind, dass fast jedesmal der südliche oder südwestliche oder südöstliche Rand gehoben und die aufgelagerte Tafel unter geringem Winkel nach Nordost oder Nord oder Nord­west geneigt ist. Wären alle Schichtgebilde der Tafelmassen er­halten, so müsste die Steinkohlenformation, als deren oberstes Glied, das ganze nördliche China, daher auch die Provinz Schantung, be­decken. Aber die denudirenden Agentien haben in den langen Zeit­räumen, in denen sich in Europa die Formationen der Trias, des Jura, der Kreide und des Tertiär ablagerten, grosse Arbeit gethan. An den gehobenen Kanten der einzelnen Schollen wurden in der Regel alle Sedimentgebilde fortgeführt, so dass dort das Grundgerüst häufig nicht nur die Flanke, sondern auch die First einer Scholle bildet, und von der Tafelfläche der letzteren wurde die Steinkohlen­formation nebst einem beträchtlichen Theil der sinischen Gebilde weggeführt, so dass nur diese, und auch sie nur unvollkommen, er­halten sind. Andere Theile von Nord-China sind mehr bevorzugt. Denn wo die Schollen ausgedehnt sind und horizontal liegen, wie in Schansi, war Alles bis zur Steinkohlenformation hinauf besser ge­schützt und konnte in grösserem Umfang erhalten bleiben. In Schan­tung ist diese nur dort noch vorhanden, wo sie so tief herabge­sunken ist, dass die denudirenden Gewässer ihr nichts anhaben oder nur einen Theil entfernen konnten. So kommt es, dass wir sie nur sporadisch finden. Am Nordrand des Gebirges haben Absenkungen in kleinen, rundlichen Becken stattgefunden; das sind dort die Koh­lenfelder. Im Südwesten fand die Absenkung an einem langgedehn­ten Bruch statt; eine grössere Scholle ruht in der Tiefe, daher ist hier das Areal der Steinkohle ein grösseres.

Diese einfachen und leicht verständlichen Verhältnisse machen es unschwer, die Grenzen der Steinkohlenformation festzusetzen. Wer sie genau festzulegen unternimmt, muss sich mit der Sinischen Formation bekannt machen, welche die Becken umgiebt, um zu wissen, wo Steinkohle nicht mehr Vorkommen kann.

4. Die letzten Vorgänge.

Es wird sorgfältiger Untersuchung bedürfen, um zu erkennen, in welchen Zeiten sich diese grossen tektonischen Aenderungen

v. Richthofen, Schantung.

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