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Kap. II. Natürliche Beschaffenheit von Schantung'.
Während die abschliessenden Schichtgebilde der grossen Sinischen Formation Ablagerungen aus sehr tiefem Meeresgrund darzustellen scheinen, tragen diejenigen der Steinkohlenformation den Charakter von Seichtwassergebilden, wobei aber periodisch die Tiefe wechselte. Kalksteine deuten auf reines Salzwasser und etwas grössere Tiefe, die kohlenführenden, klastischen Gesteine auf brakisches oder süsses Wasser und geringe Wassertiefen. Die Verhältnisse bieten hier, wie überall, ungelöste Räthsel.
Mit den Ablagerungen, die wir als wahrscheinlich permisch bezeichneten, schliessen die alten Formationen ab. In den benachbarten Provinzen haben sich sandige Gebilde noch durch lange Zeit abgesetzt, aber nichts deutet auf die Anwesenheit des Meeres.
Die Mächtigkeit der gesammten Steinkohlen-Formation ist in Schantung bedeutend, doch ist es mir nicht gelungen, ihren Betrag auch nur annähernd zu schätzen. Mit ihr enden die Ablagerungen die den Oberbau zusammensetzen.
3. Weitere Umgestaltungen.
Es hatte sich gezeigt, dass das archaische Grundgerüst ausgeglättet worden ist, und auf der Abrasionsfläche, während sie noch im Entstehen und langsamen Anwachsen begriffen war, die sinischen Schichten sich absetzten, so dass die ältesten von diesen nur auf den zuerst versenkten Theilen zur Ablagerung kamen und die höheren eine grössere und grössere Verbreitung mit dem Anwachsen des vom Meer bedeckten Raumes erhielten, bis endlich die höchsten sich über grossen Arealen gleichmässig absetzten. Im Allgemeinen folgen dann im nördlichen China die Gebilde der Steinkohlenformation, meist mit Kalkstein, also einem Gebilde grösserer Meerestiefe, beginnend. Das Fehlen der in Europa und anderwärts ungemein entwickelten Schichtgebilde aus den langen Perioden des Silur und Devon habe ich dadurch zu erklären gesucht, dass während dieser Zeit das nördliche China sehr tief unter der Meeresfläche lag, so tief, dass keine Ablagerungen von grösserem Betrag stattfinden konnten, und dass dann, durch Hebung des Meeresgrundes oder andere Ursachen, wieder eine ge-