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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
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Unterbau und Oberbau der Gebirge.

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isolirten Hügel, andererseits, weil sie bei dem Durchbruch durch Kalkstein eine umändernde Wirkung in diesem hervorgebracht haben. Die Kalksteine sind voll von Mineralien, die sich in solchem Kontakt zu bilden pflegen, darunter Eisenerze, die von Bedeutung sein können.

Alle diese Formationen des archaischen Zeitalters bilden zusammen das Grundgerüst des geologischen Baues von Schantung. Wie überall, so vermögen wir uns auch hier keine Vorstellung zu machen von den gewaltigen Vorgängen, welche durch eine lange Zeit geherrscht haben, ehe das nächste Zeitalter nachweisbar anbricht. Wohin wir auf der Erde blicken, finden wir zwischen beiden eine grosse zeitliche Lücke, nirgends einen Uebergang, und diese Lücke ist ausgefüllt durch die grossartigsten Umwälzungen. Alles, was das Grundgerüst zusammensetzt, war einst zu mächtigen Gebirgen erhoben; die Schichten sind fast überall steil gestellt, zusammengeschoben und gefaltet. So auch hier. Und mit diesen Vorgängen sind in Schantung Aufspaltungen verbunden gewesen. Denn sämmtliche genannte Formationen, mit Ausnahme des Hyperits, sind durchsetzt von einem Geäder von Gängen von Quarz und einem anderen häufigen Ganggestein, dem Schrift­granit, welcher grosse Feldspathkrystalle so von Quarz durch­wachsen zeigt, dass die glänzenden Spaltungsflächen wie mit kantigen Schriftzeichen bedeckt erscheinen. Es kommen dazu Tafeln von Glimmer und Krystalle von schwarzem Turmalin. Diese Gänge, bald mehr, bald weniger gedrängt, sind höchst charakteristisch für den Unterbau in Schantung, Liautung und Liauhsi, dem jetzt von der Eisenbahn durchzogenen Küstenland zwischen Schanhaikwan und Mukden.

2. Der Oberbau.

Dieses Grundgerüst, obwohl ehemals in hohen Gebirgen aufragend, ist doch glatt abgeschliffen. In einer nicht ganz ebenen, sondern zuweilen etwas ansteigenden, dann wieder mit flachkuppigen Aufragungen unterbrochenen Fläche sind die Schichten abgeschnitten, welche einst grosse Wölbungen darüber bildeten.