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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
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Bodenfläche von Schantung.

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wolkenloser Tage die Sonne verdunkeln. Wie jetzt am Ende einer solchen Periode eine messbare gelbe Staubschicht das Land bedeckt, so war es damals. Die Vegetation hielt den Staub fest, und wenn es wieder regnete, so wurde er dem Boden einverleibt. Dadurch wuchs dieser, es bildete sich eine Schicht von Löss, demselben Löss, welcher sich über das nordwestliche China in sehr viel grösserer Mächtigkeit ausbreitet. Es scheint, dass diese Schicht die Ebene überall bedeckt, wo nicht Stromfluthen sie weggespült haben; wir werden sie auch als ein charakteristisches Merkmal in grossen Theilen des ebenen und des bergigen Landes von Schantung finden. So wechselt in der Ebene höherer Grund, der eine massig dicke Lössdecke trägt, mit Alluvien der fliessen­den Gewässer.

Dies ist in Umrissen die Entwickelungsgeschichte jener Grossen Ebene in China, deren Kenntniss bei der Betrachtung von Schantung unumgänglich erforderlich ist. Noch ist diese Kenntniss unvollkommen; denn Wenige haben die Ebene forschend durchzogen, und sie haben meist Probleme verfolgt, die mehr mit den hydrographischen Verhältnissen, als mit dem Charakter des Bodens zusamenhängen.

Einige Bemerkungen über Bodenbildung und örtliche Ueber- schwemmungen werden später bei Gelegenheit eines Ausfluges von Tsinanfu folgen.

Bodenfläche von Schantung.

Die Provinz Schantung, als politische Einheit, begreift das ganze Bergland, bis auf dieEnden einiger südlicher Ausläufer, undeinennach aussen sehr unregelmässig begrenzten Theil der es im Westen um­hüllenden Ebene. Auf dieEntstehung der sonderbar geformten Grenz­linie komme ich im dritten Kapitel zurück. Das Areal der Provinz wird verschieden berechnet. Wells Williams nahm (1853) in seinem »Middle Kingdom« 169000 qkm an; Hanemann in Gotha setzte nach unvollkommener Messung (1873) die Zahl auf 139000 herab; Trognitz erhöhte sie wieder auf 150000; General Strelbitsky fand