Tsingkiangpu.
29
Wichtiger als diese Stadt, ist jetzt Tsing-kiang-pu, das sich am rechten Ufer des Grossen Kanals hinzieht und sich von diesem hinauf auf den Damm des benachbarten Gelben Flusses erstreckt. Es ist zwar nur ein Dorf, aber doch ein bedeutendes Verkehrscentrum. Hier war das Ziel meiner Bootfahrt erreicht. Es herrschte ein ungemein reges Leben, da alle von Süden kommenden Fahrzeuge nur bis hierher gehen, und weiterhin grössere Schiffe zur Verwendung kommen. Alles muss umgeladen werden, und es ist daher für die Bedürfnisse der Schiffer während ihrer Rast reichlich gesorgt. Schon Neuhof sagt: »Es liegt dieses Dorf Siampu zwischen dem Kaiserkanal und dem Gelben Fluss und erstreckt sich mit seinen Hausern soweit in das Land einwärts, dass wir es denselben ganzen Tag nicht zum Ende gehen konnten. Es ist mit stattlichen Häusern und prächtigen Pagoden gezieret, welche an beiden Seiten des Wassers gar schön und künstlich erbaut sind«.
Das Dorf hat städtischen Charakter. Eine innere, an Kaufläden reiche Stadt ist von Backsteinmauern umschlossen, und eine Lehmmauer urrizieht die Vorstädte, deren Strassen in der Mitte mit langen, behauenen Steinplatten gepflastert sind. Trotz des Menschengewühls und der Neugier bei dem Anblick der Fremden war das Benehmen der Leute durchaus anständig; die unvermeidlichen Schreier wurden von ihnen sofort zur Ruhe verwiesen.
Landreise vom Alten Gelben Fluss nach Itschoufu.
Einige Schiebkarren übernahmen das Gepäck, ich folgte zu Fuss. Von dem Anlegeplatz in Tsingkiangpu nach dem 5 km entfernten alten Bett des Gelben Flusses führt eine breite, in der Mitte mit grossen Steinen gepflasterte Strasse, die offenbar nur für Schiebkarren bestimmt war, jetzt aber auch für zweirädrige Karren benutzt wurde. Man gelangt nach einem breiten Damm, der früher das Bett des Flusses begrenzte, und jenseits desselben nach einer Stelle, wo ehemals eine Fähre gewesen sein muss. Das alte Bett, welches der Gelbe P'luss ungefähr vom Jahr 1290 bis