Druckschrift 
Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
Entstehung
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ERSTES KAPITEL.

Von Schanghai bis über die Grenze von Schantung.

Im Jahr 1868 kam ich zum zweiten Mal nach China. Ich fuhr von San Francisco über Japan und erreichte Schanghai am 5. September.

Schon einige Jahre zuvor war ich dort gewesen, da ich das Glück gehabt hatte, als Geolog die preussische Expedition zu be­gleiten, welche, unter Leitung des nachmaligen Ministers des Innern Grafen Friedrich zu Eulenburg als ausserordentlichen Ge­sandten, auf den Kriegsschiffen »Arcona«, »Thetis« und »Frauen­lob« im Jahr 1860 nach Ostasien ging, um Handelsverträge mit China, Japan und Siam abzuschliessen. Nach flüchtigem Besuch von Hongkong und Kanton und einem fünfmonatlichen Aufenthalt von höchstem Reiz in dem damals noch jungfräulichen Japan kam die Expedition im Frühjahr 1861 nach Schanghai. Uie Gesandt­schaft ging von dort nach Tientsin und Peking. Da aber in jener Zeit eine Möglichkeit zu erfolgversprechenden Reisen im Inneren von China noch nicht vorhanden war, erhielten die Naturforscher die Vergünstigung, eine ebenso lehrreiche als angenehme Fahrt mit der »Thetis« über Formosa nach den Philippinen, Celebes und Java auszuführen, um erst in Siam wieder mit der Expedition zu- sammenzutreffen. Von dort trat diese die Heimfahrt an. Ich trennte mich und verweilte in Hinterindien, Ostindien und in den westlichen Küstenländern von Nord-Amerika. Dort fasste ich den Plan, vor meiner Rückkehr nach Europa eine geologische Plr-

v. Richthofen, Schantung. I