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Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou : mit 3 grossen Karten ausser Text (1 topographische und 1 geologische Karte der Provinz Schantung, 1Karte des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text und 9 Lichtdrucktafeln / von Ferdinand von Richthofen
Entstehung
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Kap. I. Von Schanghai nach Schantung.

daran gehabt hat; ein anderer kommt Schanghai zu Gute, indem viele einheimische Fahrzeuge aus der nördlichen Kanalstrasse durch das südliche Kanalnetz direkt dorthin gehen.

In Zukunft wird vermuthlich in der Gegend des jetzigen Tschinkiang ein grosser Verkehrsplatz entstehen, aber nicht an der Stelle der heutigen Stadt, sondern am nördlichen Ufer des Stromes, ungefähr an der Mündung des Grossen Kanals. Denn hier wird der Ausgangspunkt der Eisenbahn sein, welche bestimmt ist, auf dem Damm des Kanals angelegt zu werden und ebenso diesen zu schützen, wie ihn von einem Theil seines Verkehrs zu entlasten. Der Kanal selbst hat für Schantung eine so grosse Wichtigkeit, dass wir ihm eine eingehendere Betrachtung widmen müssen.

Der Grosse Kanal oder Kaiserkanal.

Oft ist der Grosse Kanal, unter dem wir hier nur die nördlich vom YangtszS gelegene Strecke verstehen, als ein Wunderwerk ge­priesen worden, besonders in den Zeiten, als in Europa die Ingenieur­kunst tiefer als in China stand. Seit dem frühesten Alterthum hat man sich hier mit der Wasserbaukunst beschäftigt. Einheimische Kommentatoren, und mit ihnen viele europäische Gelehrte, sind zwar in ihrer Erklärung der frühesten Aufzeichnungen, welche auf das 22ste bis 23ste Jahrhundert vor Chr. zurückführen, viel zu weit gegangen, indem sie dem grossen, der als Minister unter Kaiser Yau ein ungewöhnliches Verwaltungsgenie war und später selbst zum Kaiser gewählt wurde, hydraulische Arbeiten von so übermenschlicher Grossartigkeit zuschrieben, dass alle Thaten des Herkules dagegen Kinderspiel sein würden. Aber auch wenn man sie auf das zulässige Maass eines Beginnes der Eindämmung überschwemmender Flüsse zurückführt, bleiben noch genug grosse Leistungen in den frühen geschichtlichen Zeiten bestehen. Die Anlage des Grossen Kanals fällt in eine relativ späte Zeit. Es wird erzählt, dass Kaiser Yangti (605617) von der Sui-Dynastie den Hwangho mit dem Yangtszg durch einen Kanal verbinden liess, um von seiner Residenz Loyang aus eine Fahrt dorthin