Vorwort.
Seitdem am 14. November 1897 deutsche Kriegsschiffe vor Tsingtau am Eingang in die Bai von Kiau- tschou erschienen sind, und in rascher Folge das Deutsche Reich, als eine China befreundete Macht, auf Grund eines Vertrages und auf friedlichem Weg dort festen Fuss gefasst hat, um eine Heimstätte für die Schiffe seiner Marine und seines Handels zu begründen, sind die Blicke in Deutschand auf den neu erworbenen Hafen und die chinesische Provinz, in der er liegt, gelenkt worden. Schnell hat sich die Ueberzeugung befestigt, dass mit der Kiautschou-Bai ein wichtiger Stützpunkt für die deutschen Interessen in Ostasien gewonnen sei, und ihr Hinterland, in erster Linie die Provinz Schantung selbst, ein Feld lohnender Bethätigung für wirtschaftliche Unternehmungen darbiete. Man strebte nach Kenntniss über das dem Gesichtskreis plötzlich nahe gerückte Land; aber über keine andere Küstenprovinz von China hätte man eine so dürftige Literatur finden können.
Eine Verkettung von Umständen hat es gefügt, dass ich vor fast drei Jahrzehnten Schantung zu Forschungszwecken durchstreift und darüber etwas geschrieben, dabei auch der zukünftigen Bedeutung des in jener Zeit kaum beachteten Kiautschou eine besondere Betrachtung- ge-
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