Lieber Leser!
Bücher sind theuer und leiden beim Gebrauch weit mehr als du denkst. Du meinst zwar, dich ginge diese Bemerkung nichts an, aber denke einmal nach:
Läßt du die entliehenen Bücher nie in andere Hände - namentlich in Ainderhände kommen?
Liesest du sie nie aus dem Weg? in der Straßenbahn? bei der Arbeit? beim Essen?
Liesest du nie mit ungewaschenen oder feuchten Händen?
Berührst du die papierflächen nicht vielfach überflüssig mit den Händen, hältst z. B. das Blatt, das du wenden willst, schon lange vorher zwischen den Fingern? oder legst die flachen Hände auf das Buch?
Keuchtest du nie die Finger an, um die Blätter bequemer wenden zu können?
Bist du dir einer von diesen Übeln Angewohnheiten bewußt, so stelle sie schleunigst ab, denn sorgfältige Leser hält das Buch wohl achtzig und mehr aus, Leser von deiner Ärt keine vierzig!
Eine eifrig benutzte Bibliothek brauchtjährlich, auch wenn ihr Material sehr geschont wird, bis zu fünfzehn vom Hundert ihres Snschasfungs- werthes zum Ersatz verdorbener Bücher. Kür die Lesehalle in Bremen macht das im Jahr Tausende aus, und je mehr zum Ersatz verbraucht wird, je weniger kann für die Vermehrung ausgegeben werden. Wenn du nun fortfährst, unsere Bücher so achtlos zu behandeln, daß sie keine vierzig Verleihungen aushalten - was, geehrter Leser, wird die Folge sein? Vu hast rechnen gelernt: rechne einmal nach!
Und rver soll die Rosten tragen?